27.04.2007

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Volkswagen präsentiert Passat BlueMotion in Berlin

Nach dem Polo BlueMotion (2006) hat Volkswagen das Verbrauchssenkungskonzept nun auf den Passat übertragen. Gegenüber dem Grundmodell Trendline verbraucht die Limousine Passat BlueMotion im Schnitt 5,1 Liter Diesel auf 100 km und damit 0,6 Liter weniger. Beim Variant BlueMotion ist der Abstand mit 5,2 Litern gegenüber 5,9 Litern beim Grundmodell sogar noch etwas größer.

Ermutigt durch den Erfolg des Polo BlueMotion, der nach Aussage des Fahrzeugherstellers bisher 3.000-mal verkauft wurde, hat Volkswagen das Konzept auf den Passat übertragen. Ziel der Entwicklung war es, mit einem Mehrkostenlimit von 500 Euro eine Verbrauchsreduzierung von mindestens 0,5 Litern je 100 Kilometer zu erreichen. Mit 5,1 Litern Durchschnittsverbrauch (kombiniert) je 100 Kilometer und einem CO2-Ausstoß von 136 g/km (Variant: 5,2 l/100 km und 137 g CO2 je km) hat VW diese Zielmarke erreicht.

Dr. Wolfgang Steiger, Konzernforschung Antrieb bei VW, stellte bei der internationalen Präsentation in Berlin die Bedeutung des Konzepts in den Kontext der VW-Forschung im Bereich Antrieb. Zusammen mit der Suche nach alternativen Energiequellen zur Kraftstoffherstellung sowie möglichst neutralen CO2-Pfaden, etwa mittels Kraftstoff aus Biomasse, sei eine höhere Effizienz der Antriebsaggregate eines von drei VW-Aktivitätsfeldern, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Obwohl das BlueMotion Konzept bisher mit TDI-Motoren realisiert wurde, schließt Dr. Christoph Kohnen, sechs Jahre in der Konzernforschung Antrieb bei Steiger tätig, auch den Transfer zum Ottomotor nicht aus, "weil die TSI-Charakteristik beispielsweise heute schon ähnlich ist wie beim Diesel."

Längere Achsübersetzungen, aerodynamische Verbesserungen, Leichtlaufreifen mit um 0,4 bar erhöhtem Druck, eine Feinabstimmung der Motorsteuerungssoftware (zum Beispiel eine um 100 1/min abgesenkte Leerlaufdrehzahl), vor allem aber eine Gangwahlempfehlung an den Fahrer unterscheiden den Passat BlueMotion vom Grundmodell. Nicht angetastet wurde dagegen die Hardware des 1,9-l-TDI-Vierzylindermotors. Seine Drehmoment-Charakteristik (77 kW bei 4.000 1/min, 250 Nm bei 1.900 1/min) hat Volkswagen genutzt, um den 3. Gang um 4 Prozent länger zu übersetzen, den 4. Gang um 7 Prozent länger und den 5. Gang um 12 Prozent. Die Spreizung des Getriebes reicht damit von 3,78 bis zu 0,63. Um die Agilität des Fahrzeugs beim Anfahren und Beschleunigen zu erhalten, blieben der 1. und 2. Gang unverändert. Auch die Beschleunigung von 0 auf 100 entspricht mit 12,1 Sekunden (Variant: 12,4 s) der des Grundmodells. Durch gleichzeitige Optimierung der Aerodynamik um über 12 Prozent auf einen cW-Wert von 0,273 liegt die Höchstgeschwindigkeit des Passat BuleMotion sogar etwas über dem Grundmodell.

Wesentlichen Anteil an der Verbrauchsabsenkung hat die didaktische Wirkung der Gangwahlempfehlung in der Multifunktionsanzeige des Kombinationsinstruments. Wer sich danach richtet, betreibt das Aggregat des 4,77 Meter langen und 1.477 Kilogramm schweren Variants weitgehend im optimalen Bereich: Eine Testfahrt unter idealen Bedingungen ergab, dass ein kooperativer Fahrer den Variant ohne weiteres mit einem Schnitt von 4,5 Litern fahren kann. Bei rund 11 Kilometern Stadtverkehr, 15 Kilometern Autobahn und 60 Kilometern Landstraße verlangte dieser Wert zwar eine gemäßigte Fahrweise, aber keinen Verzicht auf jegliche Dynamik wie etwa Überholmanöver.
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Autor(en): Jörg Christoffel
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