07.08.2007

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AZT will internationaler werden

Das Allianz-Zentrum für Technik (AZT) will künftig internationaler arbeiten. Wie der für das Privatkundengeschäft zuständige Allianz-Vorstand, Karl-Walter Gutberlet, anlässlich des 75-jährigen AZT-Bestehens in Ismaning sagte, sei diese Einrichtung als "Scharnier in die Automobilindustrie" auch im Ausland sehr gefragt, wenn es um Ergebnisse aus Unfallforschung, Schadenminderung oder -verhütung geht. Damit machte er Ende Juni klar, dass man seitens der Allianz nicht - wie Gerüchte behaupteten - daran denkt, die versicherungseigene Unfallforschung zu schließen. Vielmehr gehe es nun darum, neue technische Herausforderungen anzunehmen, wie sie zum Beispiel die zunehmende Elektronik im Fahrzeug mit sich bringt. Erwartet werden künftig neue, aus dem Abgleich zwischen Forschungs- mit Versicherungsdaten resultierende Versicherungsprodukte. Unverzichtbar sei das AZT auch als Schulungs- und Weiterbildungseinrichtung für die 430 gesellschaftseigenen Sachverständigen. Diese könnten so auf höchstem technischem Wissensstand gehalten werden.

Als sich Anfang der 70er Jahre die Reparaturkosten bei Kraftfahrzeugschäden drastisch erhöhten und die Autoversicherung spürbar verteuerten, entschloss sich die Allianz Versicherungs-AG, dem AZT einen eigenen Geschäftsbereich Kraftfahrzeugtechnik anzugliedern. Dieser begann, Unfallschäden systematisch zu erforschen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie vermieden oder in ihren Auswirkungen begrenzt werden können. In den 35 Jahren, die die Kraftfahrzeugtechnik innerhalb des AZT existiert, sind unter anderem neue Reparaturverfahren, wie Teilersatz, Abschnittsreparatur oder Beilackierung, entwickelt worden. Wie der auf der Veranstaltung verabschiedete, langjährige Geschäftsführer des AZT, Prof. Dr. Dieter Anselm, resümierte, seien in der Zeit aus Ismaning immer wieder Impulse für Reparaturbetriebe, Hersteller oder die Versicherungswirtschaft gekommen. Die Früchte dieser Forschung hätten aber auch andere Gesellschaften mit geerntet. Obwohl also, wie es Karl-Walter Gutberlet formulierte, das AZT "kein Profit-Center" ist, lasten auf Anselms Nachfolger, Dr. Christoph Lauterwasser, einige Erwartungen der Mutter.

Der 43-jährige will das AZT als "Ort des Dialogs zwischen den unterschiedlichen Beteiligten aus dem größeren Umfeld von Fahrzeugsicherheit, -reparatur, Automobilindustrie, Sachverständigenwesen und Kraftfahrtversicherung" intensiv fortführen. Mit Hilfe von spezifischen Datenbanken soll das AZT künftig auch in der Lage sein, die Prämien noch viel genauer auf die individuelle Ausstattung des Fahrzeugs zuzuschneidern. "Das AZT hat sich traditionell mit der Minderung von Unfallfolgen beschäftigt", sagte Lauterwasser. In Zukunft werde verstärkt die Vermeidung von Schäden und die aktive Sicherheit im Blickpunkt stehen. Dabei will der Physiker den Kreis größer ziehen: "Wir möchten die Forschung für die Allianz auch auf internationaler Ebene verstärken und die Ergebnisse innerhalb des Unternehmens vermitteln." Ein wichtiges Ziel werde sein, Impulse für die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis zu geben. Nur so könnten Vorteile für die Allianz und ihre Kunden generiert werden.
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Autor(en): Ulrich Knorra
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