26.10.2007

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BMW: Bordnetz der Zukunft nutzt nur noch Internet Protocol

Wissenschaftler der BMW Group Forschung und Technik arbeiten derzeit an einer einheitlichen, auf dem Internet Protocol (IP) basierenden Standardsprache für das "Netzwerk Automobil". Im Fahrzeug könne IP, die Sprache des Internets, beispielsweise sehr gut über ein Breitbandnetzwerk wie das Ethernet übertragen werden, das dann unterschiedliche Bussysteme im Automobil wie CAN, LIN, MOST und FlexRay ersetzt. Aktuelle Ergebnisse wurden Vertretern der Presse erstmals am Donnerstag, dem 25. Oktober, am Innovationstag der BMW-Forschungsabteilung auf dem MAN-Testgelände in München demonstriert.

Jedes Bussystem im Auto erfüllt isoliert betrachtet die Anforderungen seines jeweiligen Einsatzgebiets optimal. Die einzelnen Bussysteme jedoch sprechen ihre eigene automobile Sprache, die jedes Mal übersetzt werden muss, wenn ein Informationstransfer zwischen den verschiedenen Systemen vonnöten ist. In der vernetzten digitalen Datenkommunikation, ob drahtgebunden oder drahtlos, werden Daten, etwa zur Sprach-, Bild- oder E-Mail-Übertragung, digitalisiert und in Form von "Internet Protocol"-Paketen übertragen. Dieser Standard ermöglicht insofern ein hohes Maß an Freiheit und Unabhängigkeit, als damit Daten zu Musik und Bildern, E-Mails, Dokumenten und Adressen nahezu jederzeit und überall abrufbar sind. Damit wird aus dem Fahrzeug ein Teil des World Wide Web.

Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme bietet diese neuartige Bordnetztechnologie neue Möglichkeiten, vor allem für komplexe Systeme, die auf verschiedene Informationen, beispelsweise von Sensoren und Kameras zugreifen. All diese Systeme und Informationsgeber sprechen dann dieselbe Sprache. Mit dem aus BMW-Sicht "Bordnetz der Zukunft" werde das Fahrzeug zudem unabhängig von den meist äußerst kurzen Entwicklungszyklen der Entertainment-Industrie, da auch die jeweils neuesten Entwicklungen wie Blue Ray, HDTV, IPTV oder IP Radio einfach per "Plug and Play" genutzt werden können und da sie keine Steckverbindungen mit spezieller Infrastruktur mehr benötigen.

Durch das neuartige Fahrzeugbordnetz könnte künftig beispielsweise die Werkstatt leichter neue Steuergeräte inklusive neuer Funktionen integrieren oder der Kunde per "Plug and Play" seine neuen elektronischen Endgeräte im Fahrzeug nutzen und bedienen. Nicht alle Anwendungen müssten fest im Fahrzeug eingebaut sein, da das auf IP basierende Bordnetz eine Verbindung zum Internet besitzt.

Darüber hinaus erforschen die Ingenieure zurzeit auch weitere Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn die komplette Elektronik des Fahrzeugs nur noch eine Sprache kennt. Dann ist es beispielsweise - wie in einem Prototyp bereits erlebbar - möglich, dass ganze MP3-Kollektionen im Fahrzeug über das Internet angehört werden können oder Videos direkt im Fahrzeug aus dem Internet geladen und zur Unterhaltung auf den Rücksitzen abgespielt werden können. Schließlich wäre es auch für die Insassen und den Service leichter, das Bordnetz und die Steuergeräte des Fahrzeugs einzusehen.
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Autor(en): Thomas Jungmann
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