28.01.2008

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Renault-Nissan: Israel soll 2011 erster Massenmarkt für Elektrofahrzeuge werden

Die Renault-Nissan-Allianz und die US-amerikanischen Risikokapitalgesellschaft Project Better Place haben in Jerusalem eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterschrieben, um ab Mitte 2011 serienmäßig produzierte Renault Modelle mit reinem Elektroantrieb auf den israelischen Markt zu bringen. Bei den Renault Elektroautos handelt es sich um Null-Emissionen-Fahrzeuge, deren Fahrleistung identisch mit denen herkömmlicher Modelle sein sollen, die durch einen 1,6-Liter-Ottomotor angetrieben werden. Während Renault die Elektrofahrzeuge liefern will, organisiert die Risikokapitalgesellschaft laut Vereinbarung den Aufbau und Betrieb der erforderlichen Infrastruktur in Israel mit speziellen Lade- und Batteriewechselstationen.

Die Null-Emissionen-Fahrzeuge werden auf künftigen Renault Modellen basieren und ihre Energie aus Lithium-Ionen-Batterien beziehen, die zusammen mit dem Allianz-Partner Nissan und dem japanischen Batteriehersteller NEC Group entwickelt werden. Das Besondere an dem System: Sobald der Akku keine Energie mehr liefert, können die Batterien an Ladestationen auswechseln. Das vollautomatische Wechseln einer leeren gegen eine wieder voll geladene Batterie soll nur so lange dauern wie ein herkömmlicher Tankvorgang, so dass die bislang üblichen langen Lade- und damit auch Wartezeiten entfallen.

Um eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen, will das im Oktober 2007 gegründeten Project Better Place in Israel ein flächendeckendes Netzwerk von 500.000 Ladestationen entwickeln, erstellen und betreiben, an denen die Fahrzeugbatterien ausgewechselt werden können. Die israelische Regierung unterstützt laut Renault das Pilotprojekt und stellt den Käufern der Elektrofahrzeuge Steuervergünstigungen bis zum Jahr 2019 in Aussicht.

Für die Projektpartner bietet das flächenmäßig kleine Land Israel nach eigenen Angaben die idealen Vorraussetzungen für den Serieneinsatz der Elektromobile. Neben den relativ kurzen Distanzen, die ein Großteil der Fahrer dort zurücklegt - Renault geht von Strecken unter 70 Kilometern aus - und dem maximalen Abstand zwischen den größten urbanen Zentren von 150 Kilometern, komme dem Projekt die langen Sonnenscheindauern zugute. So sollen sich mit Solarzellen pro Jahr durchschnittlich 2.000 Kilowattstunden Energie je Quadratmeter Panelfläche erzeugen lassen. "Bei einem Durchschnittsverbrauch von 25 Kilowattstunden je 100 Kilometer und einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern würden 15 Quadratmeter Panelfläche ausreichen, um den jährlichen Energiebedarf eines Elektroautos zu decken", erklärt Renault.
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Autor(en): Caterina Schröder
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