19.05.2008

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ADAC: Salto Mortale mit kleinen Cabrios

Der ADAC hat drei kompakte Cabrios - den Citroën C3 Pluriel ohne besonderen Überrollschutz, der BMW Mini mit passivem Schutz und den Peugeot 207 CC mit aktivem Überschlagsystem - auf ihre Insassensicherheit bei einem Rollover-Crashtest untersucht. Das Ergebnis: "Citroën C3 Pluriel, Mini Cooper und Peugeot 207 CC offenbaren - wie auch die bereits 2003 geprüften Modelle der Mittelklasse von Mazda, Opel und VW - ein erhebliches Verbesserungspotenzial."

Am besten schneidet der Peugeot ab, in dem die automatisch ausfahrenden Überrollbügel besonders die Heckpassagiere vergleichsweise gut schützen. Weniger gut abgesichert sind Fahrer und Beifahrer durch stark nachgebende A-Säulen, obwohl auch die vorderen Passagiere noch von den ausgefahrenen Heckbügeln profitieren. Allerdings ist Gurtgeometrie laut ADAC so ungünstig ausgelegt, dass die Schulter aus dem Gurtband rutschen und der Oberkörper aus dem Fahrzeug ragen kann. Als positiv bewertete der Club die serienmäßigen Gurtstraffer mit Überschlagsensorik, die die Passagiere mit Hilfe des Beckengurtes tief im Sitz halten.

Beim BMW Mini bewertete der ADAC den Überschlagschutz noch als grundsolide: Ein stabiler Scheibenrahmen in Verbindung mit hinteren, starren Überrollbügeln bietet den größten verbleibenden Überlebensraum aller Testprobanden. Doch diese positive Eigenschaft könne nicht die negative Bewertung aufheben, die der ADAC mit einer ebenfalls ungünstigen Gurtgeometrie und den beim Überschlag nicht zündenden Gurtstraffern begründete. Der Beifahrer rutschte im Rollover-Crash weit aus dem Sitz, was die Gefahr von Kopfverletzungen erhöhte. Zudem seien die fest eingebauten Bügel im Fond bereits für 1,75 Meter große Menschen zu kurz.

Das Schlusslicht im Test bildet der Citroën. Der Windschutzscheibenrahmen verbiege sich zwar nicht so stark wie beim Peugeot, allerdings werden die niedrigen Sicherheitsbügel im Heck schon von kleinen Personen überragt. Zudem zündeten Gurtstraffer nicht, da sie nicht mit Überrollsensoren ausgestattet sind und die Gurtgeometrie sichert die Schulter nur ungenügend gegen ein Rausrutschen. So ist der Schutz laut ADAC von Front- und Heckpassagieren gleichermaßen mangelhaft. Um mit dem Citroen trotzdem besser für den Fall eines Überschlags gesichert zu sein, sollten die Insassen nicht auf die abnehmbaren Dachholme verzichten.

Angesichts der eher negativen Ergebnisse fordert der ADAC auch bei kleinen Cabrios formstabile A-Säulen und größeren Überlebensraum durch ausreichend hohe Überrollbügel. Um die Rückhaltung der Insassen zu verbessern, müssen Sensoren eingebaut werden, die die Gurtsysteme aktivieren. Zudem sollte jedes Cabrio über eine Gurthöhenverstellung verfügen, damit die Gurtführung entsprechend der Personengröße optimaler eingestellt werden kann. Wichtig sei auch ein ESP, damit es gar nicht erst zu einem Schleudern mit anschließendem Überschlag kommen kann.

Da es für den Überschlagtest noch keine europäische Norm existiert, führte der Automobilclub den Test in Anlehnung an die US Norm FMVSS 208 (Federal Motor Vehicle Safety Standard) durch. Neben wichtigen biomechanische Belastungsgrößen, wie die Kopf-, Nacken- und Brustkorbbelastung, dokumentierten die Testingenieure die Auslösung von Überrollbügel, Gurtstraffern und Airbags sowie den verbleibenden Überlebensraum, der großen Einfluss auf die ebenfalls ermittelte Kopfbelastung ausübt. Für den Rollover-Crashtest wurden die offenen Fahrzeuge auf einer speziellen Katapultanlage zum Überschlag herangerollt. Eine um 23 Grad geneigte Plattform wurde mit dem quer stehenden Testauto auf nahezu 50 km/h beschleunigt und dann schlagartig mit etwa der zwanzigfachen Erdbeschleunigung gestoppt.
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Autor(en): Caterina Schröder
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