10.06.2008

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Porsche präsentiert neuen 911 - Teil 2: Doppelkupplungsgetriebe löst Tiptronic S ab

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Mit dem neuen Porsche 911 Carrera präsentiert Porsche neben der neu entwickelten Sechszylinder-Boxermotorenfamilie das erste Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) für den Einsatz in einem Serien-Sportwagen. Das Getriebe, das Porsche in Zusammenarbeit mit ZF entwickelt hat, löst in allen neuen Carrera-Modellen - sowohl im Coupé als auch im Cabriolet - das Fünfgang-Automatikgetriebe Tiptronic S ab. Während wir im ersten Teil über die wichtigsten Neuerungen in der neuen Motorenfamilie informieren, gibt dieser zweite Teil einen technischen Einblick in das neue PDK-Getriebe.

Im Prinzip besteht das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe aus einem in zwei Teilgetriebe aufgeteilten konventionellen Handschaltgetriebe und einer hydraulischen Steuereinheit. Kern des Getriebes sind zwei radial angeordnete Nasskupplungen, die hydraulisch gesteuert und mit Öl sowohl gekühlt als auch geschmiert sind. Eine Kupplung ist für das erste Teilgetriebe mit den ungeraden (1, 3, 5, 7) sowie dem Rückwärtsgang und die andere Kupplung für das zweite Teilgetriebe mit geraden Übersetzungsstufen (2, 4, 6) zuständig. Die hydraulische Steuereinheit steuert über Druckventile sowohl die Nasskupplungen als auch die Schaltzylinder zum Einlegen der gewünschten Getriebeübersetzung. Die dazu notwendigen Informationen, beispielsweise über die eingelegten Gänge, ermittelt das System über vier Wegsensoren sowie jeweils zwei Druck- und Drehzahlsensoren.

Die beiden getrennt voneinander arbeitenden Kupplungen sind zur Minimierung des Bauraums ineinander geschachtelt, wobei jede Kupplung aus einem Paket mit fünf Reibscheiben besteht, die bedarfsgerecht mit Kühlöl durchströmt werden. Die beiden radial angeordneten Lamellenpakete der Doppelkupplung können unabhängig voneinander über Steuerkolben durch hydraulischen Druck geschlossen werden. Porsche wählte aufgrund des höheren Motordrehmoments Nasskupplungen aus, um kompakte Abmessungen mit einer hohen thermischen Standfestigkeit, Leistungsfähigkeit und damit einer höheren Lebenserwartung zu kombinieren.

Um den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, optimierten die Entwickler neben der Getriebemechanik und der Übersetzungsauslegung vor allem den Wirkungsgrad. So konnten sie durch den Einsatz von Ölleitblechen den Ölstand reduzieren und die Ölführung durch die Radsatzschalen verbessern. Zudem verringerten sie das Gewicht des PDK-Getriebes im Vergleich zur Tiptronic S um rund zehn Kilogramm - trotz zweier zusätzlicher Gänge.

Die Verringerung der CO2-Emissionen - im Vergleich zum Vorgängermodell mit dem Fünfgang-Automatikgetriebe sollen die neuen Modelle mit PDK-Getriebe bis zu 15,2 Prozent weniger CO2 ausstoßen - erreichten die Weissacher Ingenieure getriebeseitig durch frühe Hochschaltvorgänge und die Drehzahlreduzierung im siebten Gang um circa 30 Prozent. Demnach sind die Gänge eins bis sechs so sportlich abgestimmt, dass die Höchstgeschwindigkeit im sechsten Gang erreicht werden kann, während der siebte Gang als Overdrive konzipiert ist.

Für den Kraftstoffverbrauch bedeuten diese Maßnahmen folgendes: Verbrauchte das 911 Carrera Coupé mit Tiptronic S nach EU gesamt noch 11,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer, unterschreitet das Nachfolgemodell mit PDK laut Porsche die Zehn-Liter-Marke und liegt bei durchschnittlich 9,8 Litern je 100 Kilometer. Das bisherige S-Modell mit 3,8-Motor und Tiptronic S benötigte laut Werksangaben 11,7 Liter auf 100 Kilometer, für den neuen 911 Carrera S mit PDK gibt der Hersteller 10,2 Liter pro 100 Kilometer an.

Durch den simultanen Wechsel der kraftschlüssigen Kupplung reduzieren sich die Gangwechselzeiten nach Angaben des Sportwagenherstellers um bis zu 60 Prozent. Die schnellen zugkraftunterbrechungsfreien Schaltungen, verbunden mit leichter Momentenüberhöhung in den Sportprogrammen, ermöglichen somit verbesserte Beschleunigungs- und Elastizitätswerte: Das neue 911 Carrera Coupé mit Doppelkupplungsgetriebe beschleunigt in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und ist damit um acht Zehntelsekunden schneller als das Vorgängermodell mit Tiptronic S. Beim Carrera S Coupé reduziert sich diese Sprintzeit von 5,3 auf 4,5 Sekunden.
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Autor(en): Caterina Schröder
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