30.06.2008

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Mazda entwickelt biologische Kunststoffe für den Fahrzeugbau

Die Mazda Motor Corporation entwickelt gemeinsam mit der Universität von Hiroshima Kunststoffe für den Fahrzeugbau auf Basis nachwachsender Rohstoffe und nahrungsmittelfreier Zellulose. Fertig für den Serieneinsatz, so das Ziel des Forschungsprojektes "Mazda Bioplastic Project", sollen die neuen Materialen ab 2013 sein. "Kunststoffe auf der Basis nahrungsmittelfreier Zellulose aus nachwachsenden Rohstoffen besitzen beim Kampf gegen die Erderwärmung ein großes Potenzial", erklärt Seita Kana, Direktor und Senior Managing Executive Officer, Forschung & Entwicklung von Mazda Motor Corporation, die Motivation für das Forschungsprojekt.

Der zellulosehaltige Grundstoff der neuen biologischen Kunststoffe wird aus Grünschnittabfällen oder Holzwolle hergestellt. Daher steht die Fertigung des neuen Bioplastiks laut Mazda nicht in Konkurrenz mit der Lebensmittelproduktion. Da es im Gegensatz zu konventionellem Kunststoff auf Mineralölbasis aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, ist die Beschaffung CO2-neutral und verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

In einem ersten Schritt wollen die Projektpartner einen Produktionsprozess zur Herstellung eines vielfältig einsetzbaren Polypropylens entwickeln. Dabei wird der zellulosehaltige Grundstoff zunächst in Ethanol umgewandelt, um unterschiedliche Mischungen von Ethylenen und Propylenen zu untersuchen. Für den Einsatz im Automobilbau müssen die Kunststoffe dabei bestimmte Eigenschaften erfüllen. So müssen die Materialien zum Beispiel extrem hitzeresistent, mechanisch belastbar und haltbar sein, um sie für Stoßstangen und Instrumententräger verwenden zu können. Das Projekt will diesen Fertigungsprozess so optimieren, dass er zugleich umweltschonend und kosteneffizient ist.

Erfahrungen bei der Entwicklung von Biokunstsoffen konnte Mazda bereits in früheren Projekten sammeln: So habe das Unternehmen nach eigenen Angaben den ersten hitzeresistenten und hochfesten Biokunststoff entwickelt sowie die weltweit ersten Fahrzeugsitze gefertigt, die zu 100 Prozent aus Pflanzenfasern bestehen. Beide Biomaterialien kommen im Mazda Premacy Hydrogen RE Hybrid zum Einsatz, der den Wasserstoffantrieb mit dem Prinzip des Kreiskolbenmotors kombiniert. Der Familienvan, der in seiner Serienversion in Deutschland als Mazda5 angeboten wird, ist mit einem quer eingebauten Kreiskolbenmotor ausgerüstet, der wahlweise mit Wasserstoff oder mit Benzin betrieben werden kann.

Ebenso begann die Zusammenarbeit mit der Universität von Hiroshima bereits vor dem Mazda-Bioplastic-Projekt. Seit 2005 kooperieren der japanische Automobilhersteller und die Lehreinrichtung bei der Erforschung und Entwicklung von automobilen Zukunftstechniken. mit dem neuen Projekt will Mazda die gemeinschaftliche Forschung mit der Universität ausbauen und stärken. Zudem wird das japanische Forschungsinstitut AIST (National Institute of Advanced Industrial Science and Technology) der Forschungsgemeinschaft beitreten und das Bioplastik-Projekt unterstützen.

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Autor(en): Caterina Schröder
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