25.07.2008

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Details zum neuen Opel Insignia: Neues Fahrwerk und 4X4-Antrieb

Neben einer neuen Dieselmotoren-Generation ("Neue Motorengeneration feiert ihr Debüt") präsentiert der Opel Insignia auch ein von Grund auf neu konstruiertes Fahrwerk sowie das adaptive Fahrwerks-Regelsystem FlexRide. Die erstmals auf der British International Motorshow präsentierte Mittelklasse-Baureihe ist von Beginn an mit Front- und Allradantrieb erhältlich.

An der Vorderachse sind die oberen Aufnahmen der McPherson-Federbeine als Zweiwege-Lager ausgelegt, Feder- und Dämpferkräfte werden so getrennt in die Karosseriestruktur geleitet. Zur Verringerung der ungefederten Massen bestehen Lenkhebel und Querlenker aus Aluminium, der Stabilisator ist hohl.

Lenkung und unterer Dreieckslenker sind auf einem stabilen Hilfsrahmen gelagert, der
über vier Gummilager an den vorderen Längsträgern der Karosseriestruktur befestigt, um Geräusche und Vibrationen von den Passagieren zu isolieren. Dem Komfort dient auch die hydraulische Dämpfung des hinteren Lagers des Dreiecklenkers. An der Hinterachse kommt eine Vierlenker-Konstruktion zum Einsatz, der untere Querlenker (Federlenker) besteht dabei aus Aluminium. Die Allradversionen verfügen über einen unteren H-Arm-Lenker. Generell wurden zur Verbesserung von Handling und Federungskomfort die Fahrwerksgeometrie und die Fahrwerksbuchsen so ausgelegt, dass sie Längs- und Querkräfte optimal aufnehmen.

Die adaptive Fahrwerks-Regelung FlexRide passt die Kennlinien der Stoßdämpfer, des Gaspedals, der Lenkung und des ESP mit Hilfe der Stabilitätskontrolle "Adaptive Stability Technology" an die jeweilige Fahrsituation an. Bei entsprechender Ausstattung wird außerdem das Allradsystem, das Kurvenlicht und das Automatikgetriebe beeinflusst. Basis der Individualisierungsoption ist das komplett neu entwickelte Fahrwerk. Neben einem Basisprogramm kann der Fahrer per Tastendruck zwischen einer Sport- und einer Tourabstimmung wählen.

Herzstück des neuen mechatronischen Fahrwerksystems ist das DMC (Driving Mode Control) genannte Steuergerät. Es setzt nicht nur die FlexRide-Einstellungen des Fahrers um, sondern reagiert auch auf eine plötzliche Änderung des Fahrstils oder auf eine Notsituation: Muss der Fahrer beispielsweise im Tour-Modus plötzlich einem Hindernis ausweichen, melden dies die verschiedenen Chassis-Sensoren an das DMC, das dann die Stoßdämpfer an die neuen Gegebenheiten angepasst. Der vom DMC gewählte Modus ist nicht nur von den Fahrereinstellungen via Knopfdruck oder Personalisierungsmenü abhängig, sondern kann auch automatisch an die jeweilige Fahrsituation - Beschleunigen, Bremsen oder Kurvenfahrt - und an den Fahrstil angepasst werden. Diesen erkennt DMC mit Hilfe der verschiedenen Fahrdynamiksensoren.

Auf Wunsch können alle Insignia-Varianten mit Ausnahme von Basis-Ottomotor und -Dieselmotor mit dem neuen FlexRide-System bestellt werden.

Sowohl der 162 kW starke 2.0-Turbo-Ecotec-Ottomotor als auch die 2.8-V6-Turbo-Variante mit 191 kW sind mit einem permanenten, hochvariablen Allradantrieb der neuesten Generation lieferbar. Auch künftige, noch stärkere Dieselversionen sind damit kombinierbar. Der Aktive Allradantrieb heißt Adaptive 4X4 und wurde darauf ausgelegt, die Fahrstabilität unter allen Bedingungen zu erhöhen sowie die Traktion etwa beim Anfahren oder auf rutschigem Untergrund zu verbessern. Eine hydraulische Haldex-Lamellenkupplung an der Hinterachse steuert kontinuierlich elektronisch geregelt die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse.

Das Steuermodul des Adaptive 4X4 ist voll mit den anderen Regelsystemen des Insignia vernetzt und nutzt die Signale von ESP, Lenkwinkelsensor und Gaspedalstellung, um die Kraftverteilung an die aktuelle Fahrsituation anzupassen. Es besteht aus der Abtriebseinheit (Power Take-off Unit - PTU) am vorderen Achsantrieb, die Drehmoment über eine Kardanwelle an das Hinterachsantriebsmodul (Rear Drive Module - RDM) überträgt. Das RDM besteht aus einer Drehmoment-Übertragungseinheit (Torque Transfer Device - TTD) und dem optionalen elektronischen Sperrdifferenzial (electronic Limited Slip Differential - eLSD).

In der Sport-Ausstattung wird Adaptive 4X4 mit eLSD kombiniert - einem elektronischen Sperrdifferenzial für die Hinterachse. Es wird zusammen mit der Hinterachsantriebseinheit montiert und verwendet, ähnlich wie das größere Hinterachsantriebsmodul, eine hydraulische Mehrscheibenkupplung. Bei unterschiedlich glattem Untergrund an den beiden Hinterrädern kann es unter Verwendung der Radgeschwindigkeitssensoren bis zu 50 Prozent Drehmoment an das Rad leiten, das besseren Grip hat.

Beim neuen Opel Insignia feiern darüber hinaus mehrere technologische Neuerungen ihre Premiere. Dazu zählt das neue Kamera-System "Opel Eye" (ATZonline berichtete), das Verkehrszeichen lesen und sich an sie erinnern kann. Verbessert werden soll die Fahrsicherheit auch durch das weiterentwickelte AFL-Licht (Adaptive Forward Lighting), das die Lichtverteilung der Scheinwerfer unter Verwendung von Algorithmen automatisch an das jeweilige Streckenprofil und an die vorherrschenden Sichtverhältnisse anpasst.
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Autor(en): Caterina Schröder
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