26.08.2008

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Der neue Honda Jazz – Teil 1: Karosserie und Fahrwerk

Auf der Mondial de l'Automobile 2008 in Paris wird Honda erstmals den Jazz in Europa vorstellen. Seit Ende 2007 wird er in Japan als Honda Fit verkauft, der ab November 2008 auch auf dem nordamerikanischen Markt erhältlich sein wird. Der Verkauf des Jazz soll in Deutschland Anfang November 2008 starten. In Europa plant Honda den Absatz von zirka 80.000 auf über 100.000 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern.

Radstand und Gesamtlänge des Jazz wurden im Vergleich mit dem Vorgänger um 45 beziehungsweise 55 Millimeter vergrößert, in der Breite wuchs der Jazz um 20 Millimeter. Eine 35 mm breitere Spur vorn und 30 mm breitere Spur hinten sollen zusammen mit dem längeren Radstand zu stabilerem Handling beitragen. Mit einer Fahrzeuglänge von 3.900 Millimeter, einer Breite von 1.695 Millimeter Breite und einer Höhe von 1.525 Millimeter soll der neue Jazz eine Sonderstellung zwischen den größeren Kleinwagen und kleineren Kompakt-Vans einnehmen. Ein Großteil der gewachsenen Länge des Fahrzeugs kommt den Fondpassagieren zugute: Sie erhalten 37 Millimeter mehr Knieraum und 8 Millimeter mehr Kopfraum. Der Abstand zwischen Passagieren auf den Vorder- und Rücksitzen wuchs um 30 mm gegenüber dem Vorgängermodell. Auch der Schulterraum ist gewachsen, vorne um 44, hinten um 43 Millimeter.

Die so genannte Advanced Compatibility Engineering-Karosseriestruktur (ACE) verhindert einen Versatz von Fahrzeugen unterschiedlicher Größe und Konstruktion bei einem Aufprall und leitet die Aufprallenergie über mehrere Pfade kontrolliert ab, um eine Verformung der Fahrgastzelle zu verhindern. Wesentliches Element der ACE-Struktur ist ein an der Front montierter polygonaler Hauptrahmen. Eine konventionelle Karosserie konzentriert die Lasten des Aufpralls grundsätzlich über zwei Kraftwege längs des unteren Teils des Rahmens. Der an der Front montierte polygonale Hauptrahmen des Jazz besteht aus einem Energie absorbierenden Hauptrahmen, einer Stirnwand (oberer Rahmen), welche den oberen Teil der Aufprallenergie absorbiert, und einem unteren Träger, der dazu beiträgt, dass sich die Rahmen der beteiligten Fahrzeuge nicht ungünstig verschieben. Dies soll eine Verformung der Fahrgastzelle durch Verteilen der Kräfte über verschiedene Lastaufnahmewege weg vom Innenraum verhindern. Gleichzeitig reduziert die Struktur die Wahrscheinlichkeit einer ungünstigen vertikalen oder seitlichen Verschiebung zwischen dem Jazz und den Sicherheitsstrukturen eines anderen Fahrzeugs. Die Aufprallenergie wird in die starke Bodenstruktur geleitet, deren Quer- und Längsträger den zentral angeordneten Kraftstofftank auf allen vier Seiten schützen. Diese tunnelähnliche Struktur im Fahrzeugboden ist außergewöhnlich steif und hilft auch bei einem Seitenaufprall, den Innenraum unversehrt zu halten.

Neben der Einführung der ACE-Karosserie trägt eine deutlich steifere Karosserie beim neuen Jazz zu besserem Fahrkomfort bei. Die Seitensteifigkeit vorn wurde beispielsweise um 164 Prozent verbessert, die vertikale Steifigkeit vorn um 19 Prozent. Hinten wurden die Seitensteifigkeit um 48 Prozent und die vertikale Steifigkeit um 25 Prozent verbessert.

Auch das Fahrwerk des Jazz wurde deutlich überarbeitet. Zu den wichtigsten Verbesserungen zählen der längere Radstand und die breitere Spur für mehr Stabilität, ein verbessertes Lenkgefühl und eine Federung, die das Grundlayout beibehält, aber von einer Vielzahl von Änderungen bei Layout und Geometrie profitiert. Trotz der leicht größeren Abmessungen ist der Wendekreis mit 10,1 m gegenüber dem Vorgänger nahezu gleich geblieben. Die Federbeine vorn haben eine optimierte Geometrie. Die überarbeitete untere Querlenkerbuchse, die beim Vorgänger Jazz vertikal angeordnet war und sehr steif sein musste, um Vertikalbewegungen zu widerstehen, ist nun längs angeordnet. Der Nachlaufwinkel an den Vorderrädern wurde von 2,2 auf 3,3 Grad erhöht, der Nachlaufversatz von 5 auf 20 mm. Dadurch wurde der Geradeauslauf verbessert.

Die hintere Radaufhängung des neuen Jazz nutzt weiterhin eine H-förmige Verbundlenkerachse, wodurch der Ladeboden niedrig gehalten werden kann, was den Laderaum vergrößert. Das H-Profil und die Hinterachsgeometrie wurden im Hinblick auf sanftere und komfortablere Fahreigenschaften überarbeitet. Änderungen sind beispielsweise ein 39 mm längerer Längslenker, eine um fast 50 Prozent erhöhte Stabilität der Längslenker-Aufnahmebuchse, sowie eine nach hinten versetzte Stoßdämpfer- und Federeinheit.

Der neue Jazz erhält eine komplett überarbeitete elektrische Servolenkung. Rückkopplung und Stabilität seien zugunsten eines direkteren Lenkgefühls sowie sichereren Fahrverhaltens verbessert worden. Die Steifigkeit des Lenkgetriebes und seiner Aufhängung wurden erhöht, die Motorleistung wurde von 40 auf 60 A gesteigert und die Fahrwerksgeometrie überarbeitet. Das Bremssystem umfasst Scheibenbremsen vorn und hinten. Die Bremswirkung wurde durch größere Bremssättel vorn gesteigert.
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Autor(en): Ruben Danisch
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