11.09.2008

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Nachhaltige Technikoffensive bei Mazda

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Mazda Corporation will die Kraftstoffeffizienz aller weltweit verkauften Fahrzeuge bis 2015 um durchschnittlich 30 Prozent verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, plant Mazda die Erneuerung nahezu der gesamten Motorenpalette und, mit Hilfe einer neuen Generation von Mazda-Plattformen, das durchschnittliche Gewicht neuer Modelle um über 100 Kilogramm zu senken.

Ein zentrales Produkt der Nachhaltigkeits-Strategie wird Anfang 2009 in Europa eingeführt: den Topdieselmotor MZR-CD 2.2l. Mit dem neuen 2,2-Liter-Common-Rail-Aggregat bringt Mazda einen 136 kW starken Dieselmotor auf den Markt, der ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern aufweist. Neue Technologien wie die Ultra-Hochdruck-Einspritzdüsen und eine niedrigere Verdichtung tragen zur Steigerung der Effizienz bei. Zudem soll der von Mazda entwickelte Dieselpartikelfilter (DPF) durch eine neuartige Molekülstruktur des keramischen Grundmaterials die Rate der Partikelverbrennung steigern und die Regenerationsgeschwindigkeit des DPF erhöhen.

Ebenfalls für 2009 geplant, ist die Einführung des von Mazda entwickelten Start-Stopp-System SISS. Es stoppt den Motor des Fahrzeugs automatisch und setzt ihn in erster Linie durch Verbrennungskraft mit Unterstützung eines elektrischen Startermotors erneut in Bewegung. Dazu werden die Kolben in einer bestimmten Position angehalten, die sicherstellt, dass sich das korrekte Gleichgewicht an Luftvolumen in den Zylindern befindet. Dadurch wisse das SISS als erstes Start-Stopp-System schon im Vorfeld, welcher Zylinder für den Neustart zu wählen ist und leitet in diesem über die Benzin-Direkteinspritzung und Zündung eine Verbrennung ein. Dadurch soll der Neustart des Motors harmonischer verlaufen und nur etwa halb so lang wie bei herkömmlichen Start-Stopp-Systemen dauern.

Neben der Motorentechnologie baut Mazda auch die Leichtbaustrategie weiter aus. So verringert nach Angaben des Unternehmens eine neue Kunststoff-Fertigungstechnik das Gewicht von Kunststoffteilen in Fahrzeugen ohne Einbußen bei Festigkeit und Steifigkeit. Die neue Fertigungstechnik könne prinzipiell bei nahezu allen Kunststoffteilen in Fahrzeugen angewendet werden und spare durch kontrolliertes Aufschäumen im Inneren des Bauteils nicht nur Gewicht ein, sondern senke auch den Verbrauch von Öl-basiertem Roh-Kunststoff um rund 20 bis 30 Prozent - mit entsprechenden Verringerungen der CO2-Emissionen. Die neue Technologie hat beispielsweise dazu geführt, dass die neuen Modelle Mazda2 und Mazda6 leichter und sparsamer als die jeweiligen Vorgängermodelle geworden sind.

Im Bereich alternativer Antriebe setzt Mazda auf Wasserstoff, den das Unternehmen als eine Hauptenergiequelle nach dem Ende des fossilen Brennstoffzeitalters sieht. Daher investiert Mazda seit nun 15 Jahren in die Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben und Wasserstoff-Kreiskolbenmotoren. Ziel dieser Arbeit ist ein serienreifer Wasserstoff-Verbrennungsmotor, für dessen Realisierung bereits erste Etappenziele erreicht wurden. So befindet sich der Mazda RX-8 Hydrogen RE bereits seit 2006 in einem kommerziellen Leasingprogramm. Zudem entwickeln die Japaner den Mazda5 Hydrogen RE Hybrid, bei dem die Effizienz des Wasserstoffantriebs weiter gesteigert werden soll. Das Fahrzeug wird von einem Hybrid-System angetrieben, das einen Wasserstoff-Kreiskolbenmotor, der sowohl mit Wasserstoff als auch mit Benzin betrieben werden kann, und einen Elektromotor miteinander kombiniert.

Die Mazda-Umweltinitiativen beschränken sich jedoch nicht allein auf die Entwicklung umweltschonender Fahrzeuge, auch die Produktionsprozesse sollen optimiert werden. Dazu arbeitet das Unternehmen unter anderem an der Verringerung von Flüchtigen Organischen Verbindungen (VOC = Volatile Organic Compounds), CO2, Industrieabfällen und der für die Produktion aufgewendeten Energie.

Als Beispiel für erste Erfolge beleuchtet Mazda den Lackierprozess: Mehr als die Hälfte an VOC und nahezu ein Viertel aller CO2-Emissionen in Mazda Werken fielen bisher während des Lackierprozesses an. 2005 führte Mazda an allen japanischen Standorten ein Dreilagen-Lackiersystem mit Farben auf Wasserbasis ein, das den Ausstoß an Flüchtigen Organischen Verbindungen um 45 Prozent und die CO2-Emissionen um 15 Prozent verringert hat. Dieses Fahrzeug-Lackiersystem wurde 2007 auch im chinesischen Ford/Mazda Werk Changan eingeführt und soll noch 2008 am thailändischen Standort AutoAlliance in Betrieb genommen werden.

Nun plant der japanische Automobilhersteller die Einführung der neuesten Generation der wasserlöslichen Farbtechnik. Sie soll die Menge an VOC um weitere 57 Prozent verringern, ohne dabei den Ausstoß an CO2 zu steigern. Der neue Lack dafür ist eine verbesserte Variante der wasserlöslichen Dreilagenfarbe und wird ab 2009 eingesetzt. Er emittiert laut Hersteller im Vergleich zu herkömmlichen Farben auf Wasserbasis etwa 25 Prozent weniger Kohlendioxid.

Darüber hinaus will Mazda die Anzahl flexibler Produktionslinien steigern, auf denen unterschiedliche Fahrzeugvolumen und verschiedene Modelle gefertigt werden können. Damit lasse sich die Arbeitslast zwischen den Werken besser verteilen und der Durchsatz optimieren. Beides Faktoren, die zu einer höheren Energieeffizienz bei gleichzeitiger Verringerung des CO2-Ausstoßes führen kann. Hinzu kommt der Aufbau einer umweltverträglicheren Logistik-Infrastruktur.
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Autor(en): Caterina Schröder
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