Unter der Prämisse der effizienzoptimierten Antriebstechnik hat BMW ein Hybrid-Modell auf Basis der neuen 7er-Baureihe entwickelt: den BMW Concept 7 Series ActiveHybrid. So soll die elektrifizierte Antriebstechnik der Konzeptstudie gegenüber einem entsprechenden Fahrzeug mit reinem Verbrennungsmotor eine verbesserte Fahrdynamik mit einer Reduzierung der Verbrauchs- und Emissionswerte um 15 Prozent im EU-Testzyklus verbinden. Die für das Konzeptfahrzeug entwickelten Hybrid-Bestandteile stammen aus der gleichberechtigten Kooperation mit Daimler, die die Entwicklung von Hybrid-Komponenten für Oberklasse-Fahrzeuge zum Ziel hat.
Die Antriebstechnologie des Konzeptfahrzeugs besteht aus einem V8-Ottomotor mit Twin Turbo und High Precision Injection, basierend auf dem Antrieb des BMW 750i (ATZonline berichtete). Dort verfügt er über eine Leistung von 300 kW und ein maximales Drehmoment von 600 Newtonmetern. Nun wird der Achtzylinder mit einer vollständig in das Getriebegehäuse integrierten E-Maschine kombiniert, die 15 kW leistet und bis zu 210 Newtonmetern Drehmoment entwickelt. Im Rahmen des Mild-Hybrid-Konzepts steigert der Elektroantrieb das fahrdynamische Potenzial des Ottomotors, indem er unterstützend zur Beschleunigung des Fahrzeugs beiträgt. Ebenso realisiert er eine Start-Topp-Automatik. Darüber hinaus erzeugt die E-Maschine durch Bremsenergie-Rückgewinnung Strom zur Versorgung der elektrischen Verbraucher an Bord und ersetzt den herkömmlichen, direkt vom Motor angetriebenen Generator sowie den Anlasser. So wird die direkte Umwandlung von Kraftstoff in elektrische Energie minimiert, der Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors weniger beeinträchtigt und das zur Umwandlung in Fahrdynamik verfügbare Antriebsmoment maximiert.
Gespeichert wird die - je nach Fahrsituation in unterschiedlichen Rhythmen - via Rekuperation umgewandelte Energie in einem Lithium-Ionen-Akku, der unterhalb des Laderaums angeordnet ist. Mit dem Einsatz eines Lithium-Ionen-Akkus will BMW einen weiteren Fortschritt auf dem Weg zu einer intensiven und flexiblen Nutzung von Strom im Fahrzeug erzielen. Während bei Serienfahrzeugen, die mit der Bremsenergie-Rückgewinnung ausgestattet sind, AGM-Batterien (Absorbent Glass Matt) zum Einsatz kommen - sie absolvieren laut BMW auch häufige und unregelmäßige Lade- und Entlade-Zyklen ohne Leistungsverlust - ist für die im Rahmen eines Mild-Hybrid-Konzeptes gestellten Anforderungen hingegen ein Hochvolt-Speicher mit einer um ein Vielfaches höheren Leistungsfähigkeit erforderlich.
Erst durch den Einsatz einer Lithium-Ionen-Batterie ist es möglich, das 7er-Hybrid-Konzept mit zwei aufeinander abgestimmt agierenden Bordnetzsystemen auszustatten und somit das Energiemanagement bedarfsgerecht und effizient auszulegen. So steht zusätzlich zum herkömmlichen, von der AGM-Starterbatterie versorgten 12-Volt-Netz ein 120-Volt-Netz für die Einspeisung von Strom aus der E-Maschine und der Versorgung von elektrischen Verbrauchern zur Verfügung. Damit kann der im BMW Concept 7 Series ActiveHybrid eingesetzte Lithium-Ionen-Akku über das 120-Volt-Bordnetz eine größere Zahl von elektrischen Verbrauchern mit Strom versorgen.
Für den Münchner Automobilhersteller ist die ActiveHybrid-Technologie, die parallel zu den effizienzfördernden Maßnahmen in verschiedenen Ausprägungen für unterschiedliche Fahrzeugsegmente entwickelt wird, ein Baustein innerhalb der Entwicklungsstrategie "EfficientDynamics". Zunächst soll die Hybrid-Technik nur in Kombination mit großvolumigen Antrieben im Premiumsegment zum Einsatz kommen, da grundsätzlich das Einsparpotenzial mit der Leistung des mit ihr kombinierten Verbrennungsmotors steige. Mittelfristig, so räumt das Unternehmen ein, werde die Hybrid-Technologie jedoch auch in kleineren Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Durch die somit resultierenden höheren Stückzahlen könnten dann auch die Zusatzkosten für die Hybridisierung reduziert werden. Die ersten beiden serienreifen BMW-Modelle mit der ActiveHybrid-Technologie kündigt der Automobilhersteller für 2009 an. Metadaten anzeigen:Autor |
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