26.09.2008

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Continental startet Serienfertigung von Lithium-Ionen-Batterien

Continental beginnt in Nürnberg offiziell die Serienfertigung von Lithium-Ionen-Batterien - laut Unternehmensaussagen die erste dieser Art weltweit. 15.000 Einheiten des Energiespeichers, der für Mild-Hybrid-Technologien ausgelegt ist, ließen sich in der jetzigen Ausbaustufe des Werkes fertigen und in einer weiteren verdoppeln. Laut Dr. Karl-Thomas Neumann nähert sich der Zulieferer sukzessive diesen Kapazitäten: "Nach einer Start-up-Phase in 2008 rechnen wir mit 4.000 Einheiten in 2009", relativiert der Vorstandsvorsitzender der Continental AG und Leiter der Division Powertrain.

Erster Kunde ist Daimler. Der Automobilhersteller wird den Speicher, der 25 Kilogramm wiegt und in Beschleunigungssituationen den Verbrennungsmotor mit bis zu 19 KW unterstützt, in der kommenden Mercedes S-Klasse einsetzen (ATZonline berichtete). Laut Expertenmeinung reicht für diese Leistungsklasse jedoch auch eine in Großserien anderer OEMs bewährte Nickel-Metallhydrid-Batterie. So wird in Fachkreisen die jetzige Offensive der Lithium-Ionen-Technologie in Deutschland als symbolische Handlung verstanden. Die Resonanz unter den Teilnehmern am der Veranstaltung zum Start der Serienproduktion in Nürnberg war entsprechend positiv. Nur mit frühzeitigen Erfahrungen in der Fertigung, repräsentativen Stückzahlen und entsprechend vielen Fahrzeugen im Alltagsbetrieb ließen sich die wichtigen Erfahrungen mit der neuen Speicher-Technologie sammeln.

Der Einsatz der Lithium-Ionen-Technik im Automobil stellt besondere Herausforderungen: "Über den gesamten vom Automobilhersteller geforderten Lebenszyklus, und das sind mindestens zehn Jahre, muss die Batterie sicher und zuverlässig arbeiten", betont Jörg Grotendorst, Leiter Business der Unit Hybrid Electric Vehicles der Continental Division Powertrain. Dafür sorgt ein aufwändiges Batteriemanagement, das die Batterie so überwacht, dass sie sich jederzeit im optimalen Arbeitsbereich befindet. Die Elektronik prüft dabei Gesamtzustand, Temperatur und Energiemenge in Abhängigkeit vom Alterungszustand der Batterie, Sicherungsschaltungen verhindern zudem, dass der Energiespeicher beispielsweise zu heiß wird. Ein Cell Supervision Circuit (CSC) überwacht die einzelnen Zellen und sorgt für deren optimales Zusammenspiel. Damit die Zellen nicht dauerhaft unterschiedlich stark belastet werden, gleicht der CSC den Ladezustand aller Zellen in der Batterie aneinander an. So wird gewährleistet, dass die Lithium-Ionen-Batterien tatsächlich die geforderten zehn Jahre oder 160.000 bis 240.000 Kilometer Fahrleistung bei voller Funktionalität, Leistung und Sicherheit absolvieren. In aufwändigen Testzyklen wurden die seit dem vergangenen Jahr in der Vorserie gefertigten Batterien künstlich gealtert, um einen mehrjährigen Einsatz im Fahrzeug zu simulieren.

Anspruchsvoll ist nicht nur die Sicherheits- und Prüftechnik, sondern auch die Montage. Da der Strom innerhalb der Batterie nicht über Kabel geleitet wird, sondern über Stromschienen aus Kupfer, muss ein spezielles Schweißverfahren zum Verbinden dieser Schienen eingesetzt werden. Nur mit der Widerstandsschweißtechnik, die mit 16.000 Ampere Stromstärke arbeitet, lassen sich die Kupferschienen so verbinden, dass an den Schweißnähten später der Strom nahezu ungehindert fließen kann und somit Leistungsverluste vermieden werden. Ein lasergeschweißtes Gehäuse aus nichtrostendem Stahl umhüllt die Lithium-Ionen-Batterie komplett.

Mit der Vorserienfertigung der Lithium-Ionen-Batterien begann Continental im vergangenen Jahr in Berlin, innerhalb von zwölf Monaten wurden dann im Werk Nürnberg die Anlagen für die Serienproduktion geplant und gebaut. Dafür investierte der Zulieferer einen Betrag von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro. 23 neue Arbeitsplätze entstehen in Produktion und produktionsnahen Bereichen, der rund 300 Quadratmeter umfasst.
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Autor(en): Markus Schöttle
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