30.09.2008

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Nissans neues Kollisionsvermeidungssystem orientiert sich an Bienen

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Anhand eines ab heute,30. September 2008, auf der IT- und Elektronikfachmesse CEATEC in Tokio präsentierten Auto-Roboters zeigt Nissan erstmals, wie dank eines Verständnisses des Bienenflugs Kollisionen zwischen Automobilen künftig nahezu ausgeschlossen werden könnten. Das auf das Kürzel BR23C getaufte Versuchsmobil entwickelte der japanische Automobilhersteller in Kooperation mit dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Universität von Tokio. Ein bionisches Micro-Fahrzeug, das die "Talente" der Bienen so realistisch wie möglich nachahmt. Das Unternehmen bewertet den Wissenstransfer aus der Welt der Bienen als ersten Schritt auf dem Weg zu einer neue Generation von Kollisionsvermeidungssystemen. Mit ersten Serienanwendungen rechnet Nissan bereits in den nächsten zehn Jahren.

Kazuhiro Doi, Leiter Technologie-PR und R&D-Brand Management bei Nissan, erklärt: "In der Luft baut jede Biene ihren eigenen, ovalförmigen Flugraum auf. Er hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit unserer eigenen Vorstellung eines Sicherheitsschildes."

Doch erst ihr Facettenauge versetzt die Biene in der Lage, über einen Winkel von 300 Grad in alle Richtungen den Raum zu überwachen und so weiter ungestört in ihrem persönlichen Luftraum zu fliegen. Dabei kommt ihr zugute, dass sie im Ernstfall in fast jede beliebe Richtung ausweichen kann.

Um die Rundum-Perspektive des Facettenauges so realistisch wie möglich nachzubilden, entwickelten die Nissan Techniker den "Laser Range Finder" (LRF). Er überwacht im Radius von 180 Grad die Fahrbahn vor dem BR23C und meldet alle im Abstand von bis zu zwei Metern entdeckten Gegenstände oder Personen an einen bordeigenen Mikropressor.

"Im Bruchteil einer Sekunde imitiert BR23C daraufhin das Ausweichverhalten einer Biene, indem er entweder das Hindernis umsteuert oder sich auf der Stelle dreht. Im Gegensatz zu bislang gebräuchlichen Systemen läuft das Manöver rein instinktiv und binnen eines Wimpernschlages ab", erklärt Toshiyuki Andoh, Leiter des Nissan Laboratoriums für Mobilität und verantwortlicher Ingenieur des Autoroboters. "Das muss auch so sein, denn sonst wäre er nicht schnell genug, um den im Weg stehenden Objekten noch rechtzeitig auszuweichen."

BR23C verfügt laut Andoh zwar über eine gewisse Intelligenz, seine Möglichkeiten zum Verarbeiten oder sogar Speichern von Daten seien aber begrenzt. "Es reicht, ihn alle paar Sekunden mit Signalen zu füttern. Für sein instinktives Verhaltensmuster benötigt er weder ein großes Gedächtnis noch eine als Folge früherer Manöver gelernte, intuitive Logik. Daher kommen wir im BR23C auch mit wenigen Dutzend Kilobyte Speicherkapazität aus."

Als Antrieb für den dreirädrigen BR23C setzt Nissan auf Lithium-Polymer-Batterien. Sie sollen leichter sein und eine höhere Energiedichte haben - und damit auch eine längere Lebensdauer - als Lithium-Ionen-Akkumulatoren.
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Autor(en): Caterina Schröder
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