09.10.2008

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Svenson erhält europäischen Sicherheitspreis für Nfz-Unfallforschung

Lennart Svenson, ehemaliger Leiter der Lkw-Unfallforschung von Volvo, wurde auf dem 6. Internationalen Dekra Symposium "Sicherheit von Nutzfahrzeugen", der vom 9. bis zum 10. Oktober 2008 in Neumünster stattfindet, für sein Lebenswerk mit dem Europäischen Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge ausgezeichnet. Der Europäische Sicherheitspreis für Nutzfahrzeuge wird von der Europäischen Vereinigung für Unfallforschung und Unfallanalyse (EVU), dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und Dekra für eine herausragende technische Innovation oder zur Ehrung eines Lebenswerks vergeben.

Laut Dekra waren Lennart Svenson und seine Arbeit in den 1980er und 1990er Jahren Vorbild für eine ganze Generation von Unfallforschern und Fahrzeugsicherheitsexperten, vor allem im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge. Die Festigkeit der Lkw-Fahrerkabine bei Unfallbelastungen, Sicherheitsgurt und Airbag im Lkw, Schutz von Pkw-Insassen, Zweiradfahrern und Fußgängern beim Front- Heck- und Seitenaufprall am Lkw sind Beispiele für Themen, die von Svenson und seinem Team beeinflusst und weiterentwickelt wurden. Ebenso wurden die Möglichkeiten zur Vermeidung von Unfällen durch Maßnahmen im Bereich der aktiven Sicherheit untersucht.

Der Schwerpunkt der frühen Verkehrssicherheitsentwicklung lag jedoch eindeutig im Bereich der passiven Sicherheit. Wie Svenson in seinem Vortrag anlässlich der Preisverleihung auf dem von ATZlive in Kooperation mit der Dekra veranstalteten Symposium für Nutzfahrzeugsicherheit ausführte, reichten die "goldenen Jahre" der passiven Sicherheit im Hinblick auf schwere Güterkraftfahrzeuge von den 1970er bis in die 1990er Jahre. Inzwischen habe der technische Fortschritt bei der passiven Sicherheit seinen Zenit erreicht. "Eine Verringerung des Verletzungsrisikos von Lkw-Insassen um etwa 60 Prozent, wie sie durch die Einführung des Sicherheitsgurtes erreicht wurde, wird durch eine einzelne Maßnahme nie wieder erreicht werden können."

Die Erforschung sowie die Vermittlung des Wissens über die Sicherheit von Lkw gehörten zu den Hauptaktivitäten von Lennart Svenson. Um grundsätzliche Informationen bezüglich Unfällen mit schweren Lkw zu liefern, hatte die Volvo Truck Corporation in den frühen 1970er Jahren entschieden, eine Berichtsreihe zu veröffentlichen. Der erste Bericht erschien 1973 und behandelte Unfälle mit Lkw und getöteten ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Der zweite Bericht aus dem Jahr 1974 war dem Unfallgeschehen mit Lkw und Pkw gewidmet. Im Jahr 1980 erschien der dritte Bericht über Unfälle, bei denen Lkw-Fahrer verletzt oder getötet wurden. Der vierte Bericht erschien im Jahr 1994 und behandelte die Wirkung des Sicherheitsgurtes und Airbags zum Schutz des Fahrers im schweren Lkw. An allen vier Berichten war Lennart Svenson als Entwickler und Autor beteiligt.

Lennart Svenson, im Juni 1942 im südschwedischen Borås geboren, absolvierte am Borås Technical College nach seiner Schul- und Militärzeit ein Studium als Maschinenbau-Ingenieur. Im Jahr 1966 begann Svenson seine berufliche Karriere bei der Volvo Truck Corporation in Göteborg, zunächst als Entwicklungsingenieur für Sonderfahrzeuge und Busse. Zwischen 1971 und 1973 war er als Verantwortlicher für Qualitätsmaßnahmen im Lkw-Bereich zeitweise im Volvo Unfallforschungsteam aktiv. Im Jahr 1973 wechselte der Maschinenbau-Ingenieur in die Abteilung Produktplanung Fahrer, Umwelt und Fahrzeugsicherheit und beschäftigte sich mit der Erforschung des realen Unfallgeschehens, der Analyse von Unfalldaten und der Definition von Sicherheitszielen. Dabei entwickelte er in Zusammenarbeit mit der Test- und Entwicklungsabteilung auch neue Testmethoden für die Sicherheit von Lkw. Im Jahr 1985 wurde er Leiter der Gruppe Fahrerumfeld und Fahrzeugsicherheit und im Jahr 1996 gleichzeitig Chefingenieur Fahrzeugsicherheit bei Volvo Truck. Im Jahr 2000 ist Svenson zum technischen Berater des Vize-Präsidenten und Leiters der Rechtsabeilung des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers ernannt worden. Im Alter von 60 Jahren, ging Lennart Svenson am 31. Dezember 2002 in den Ruhestand.

Der Europäische Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge 2008 wird in diesem Jahr bereits zum neunzehnten Mal verliehen. Seine Wurzeln hat der Preis in einer bilateralen deutsch-ungarischen Ehrung. Als 1996 Professor von Glasner das Präsidium der EVU übernommen hatte, bekam die Preisverleihung einen internationalen Charakter. Ausgezeichnet werden international renommierte Experten, die sich in besonderer Weise um die Sicherheit der Nutzfahrzeuge verdient gemacht haben.
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Autor(en): Caterina Schröder
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