10.10.2008

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Offene Maybach-Luxuslimousine geht in limitierte Serie

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Was mit einem Kundenwunsch und einer Studie im November 2007 begann, wird ab Herbst 2008 für 900.000 Euro (oder 1,38 Millionen US-Dollar) Realität: der neue Maybach Landaulet. Er wird über einen kurzen Zeitraum hinweg in der Sindelfinger Manufaktur in einer begrenzten Anzahl hergestellt. Mit der Serienversion des Luxus-Landaulets, der auf dem Pariser Automobilsalon 2008 präsentiert wird, erweitert Maybach sein Programm um ein fünftes Modell.

Die technische Basis für den 6.165 Millimeter langen, 1.980 Millimeter breiten und 1.573 Millimeter hohen Maybach Landaulet liefert der Maybach 62 S, den Mercedes-Benz als die stärkste in Serie gebaute Chauffeur-Limousine bezeichnet. Um den Passagieren den ungehinderten Blick auf den Himmel freizugeben, haben die Maybach-Techniker das hintere Dachmodul herausgenommen. Die weiter vorhandenen Seitenwände werden durch integrierte Stahlrohre unsichtbar verstärkt. Da diese Maßnahmen die Silhouette der Luxus-Limousine nicht verändern, bleiben die großzügigen Türen und der komplette Innenraum mit der Liegesitzkonfiguration erhalten.

Im geschlossenen Zustand liegt das schwarze Verdeck auf dem Dachrahmen auf und schließt wind- und wetterdicht. Auf Wunsch seiner Fahrgäste betätigt der Chauffeur einen Schalter auf der Mittelkonsole. Daraufhin öffnen Elektromotoren vollautomatisch zwei Verschlüsse, mit denen das Faltdach im Dachrahmen verriegelt ist, das Dach faltet sich zusammen und legt sich samt dem darin integrierten hinteren Fenster aus Einscheiben-Sicherheitsglas auf der Hutablage ab. Das Öffnen und Schließen des Dachs übernehmen je ein Hydraulikzylinder auf der rechten und der linken Seite. Die dafür notwendige Antriebskraft liefert eine elektrohydraulische Pumpe, die nicht sichtbar seitlich im Kofferraum untergebracht ist. Die gesamte Prozess des Öffnens und Schließens des Dachs beansprucht weniger als 20 Sekunden. Das Gepäckabteil ist bei geöffnetem Dach ohne Einschränkungen zugänglich.

Den luxuriösen Fond hat Maybach den Erfordernissen beim Offenfahren angepasst. So wurden die hinteren Kopfstützen gegenüber der Limousine etwas vergrößert, um Windturbulenzen einzudämmen. Ein zusätzlicher Windabweiser fährt ab 70 km/h automatisch aus und reduziert eventuell störenden Fahrtwind noch weiter. Der etwa fünf Zentimeter breite Schutz kann jederzeit über einen Schalter in der Mittelkonsole im Fond manuell bedient werden. Ebenfalls in der Mittelkonsole befindet sich ein zusätzlicher Hörer, über den die Insassen auch beim Offenfahren mit dem Fahrer kommunizieren zu können.

Angetrieben wird der Maybach Landaulet von dem leistungsgesteigerten V12-Ottomotor, den Maybach-Ingenieure gemeinsam mit den Experten von Mercedes-AMG für den Maybach 57 S und den Maybach 62 S weiterentwickelt haben. Dank Biturboaufladung und Wasser-Ladeluftkühlung schöpft der V12-Motor aus 5.980 Kubikzentimeter Hubraum eine Höchstleistung von 450 kW. Sie steht kontinuierlich zwischen 4.800 und 5.100 1/min zur Verfügung, während das Drehmomentmaximum von 1.000 Newtonmetern zwischen 2.000 und 4.000 1/min abgerufen werden kann. In Kombination mit einem Fünfgang-Automatikgetriebe beschleunigt der Zwölfzylinder den Landaulet in 5,2 Sekunden von null auf Tempo 100 und weiter auf die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch gibt Maybach mit 16,4 Litern je 100 Kilometer an.

Analog zum Maybach Manufakturgedanken wird der Zwölfzylinder-Biturbo von Hand in der Mercedes-AMG-Motorenmanufaktur montiert. Die Philosophie "Ein Mann, ein Motor" verdeutlicht die Unterschrift des jeweils verantwortlichen Technikers auf der charakteristischen Motorplakette, die auf der Motorenabdeckung des Aggregates befestigt ist.

Neben groß dimensionierten innenbelüfteten Bremsscheiben - an der Vorderachse mit jeweils zwei Bremszangen - arbeiten im Maybach Landaulet wie im Maybach 62 S gleichzeitig zwei elektrohydraulische Systeme der Sensotronic Brake Control (SBC). Zusammen mit ESP, ASR, ABS und Brake-Assist verfügt das Maybach Landaulet damit über entsprechend leistungsfähige Regelsysteme. Die elektronisch gesteuerte Luftfederung Airmatic DC (Dual Control) und das Adaptiven Dämpfungs-System (ADS II) sorgen für den adäquaten Fahrkomfort.

Kenner verstehen unter einem Landaulet ein Automobil, das vorn ein festes Dach trägt, im hinteren Bereich ein Faltverdeck, damit die Passagiere Sonne und frische Luft genießen können. Landaulets wurden früher oft als Staatskarossen eingesetzt, in denen sich die Insassen den Menschen am Straßenrand präsentierten. Sicherheitserwägungen haben Landaulets heute weitgehend aus dieser Rolle verdrängt.
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Autor(en): Caterina Schröder
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