07.11.2008

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Better Place: Transformation der Mobilität in die nächste Generation

Mit zwei visionären Plenumsvorträgen startete gestern (Donnerstag, den 6. November 2008) die VDI-Tagung zum Thema "Innovative Fahrzeugantriebe" in Dresden. Als erster Redner stellte Amit Yudan von Better Place vor den knapp 300 skeptischen Teilnehmern aus der Fahrzeug-Antriebstechnik klar, dass es bei Elektrofahrzeugen nicht nur auf die immer im Fokus stehende Batterietechnik ankäme.

Vielmehr sei es wichtig, das Gesamtsystem zu betrachten. Sie als Better Place wollten nicht selbst Batterien oder Elektroautos herstellen, sie nähmen niemandem, auch nicht dem OEM oder Zulieferer, Geschäft oder Margen weg. In seiner Vision einer neuen Mobilität mit umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen komme es auch auf die Energiebereitstellung an. "Wir müssen dem Endkunden die Angst nehmen, dass er nicht mehr rechtzeitig den nächsten Ladepunkt findet. Heute weiß zwar jeder, wo eine Erdöl-Tankstelle ist, aber nicht, wo ein Strom-Ladepunkt oder eine Batterie-Austauschstation ist - noch nicht." Better Place versteht sich als Integrator aller Prozesse von der regenerativen Stromerzeugung, über die Energieverteilung bis hin zur Automobiltechnik und dem Abrechnungssystem. Erste konkrete Anwendungen sind in Israel und Dänemark, aber seit kurzem auch in Australien (ATZonline berichtete) geplant, also sowohl in abgegrenzten kleinen Gebieten als auch in Flächenländern. "Wir möchten mit unserem neuen Geschäftsmodell die Mobilität in die nächste Generation transformieren, sie fit für die Zukunft machen."

Dr.-Ing. Jörg Kruhl vom Energieversorger Eon Energie AG, München, präsentierte versiert und mit Fakten untermauert seine Sicht der Dinge zur Zukunft des Elektroautos. Er möchte die Brücke schlagen zwischen Elektromobilität und Energiewirtschaft. Dabei betonte er: "Um Elektroautos kommt man nicht herum. Die drei Treiber Ökologie, Politik und Ökonomie sorgen dafür. Die Randbedingungen für den Beginn der Elektromobilität sind so günstig wie nie zuvor. Mit Hybridfahrzeugen könnte man zwar den Kraftstoffverbrauch um 25 Prozent reduzieren. Dies reicht jedoch nicht, um dem Klimawandel und der Industrialisierung der Entwicklungsländer zu begegnen. Ein Elektroauto dagegen erzeugt nach heutigem Energiemix aus Kohle, Atomkraft und erneuerbaren Energien nur 84 Gramm CO2 pro Kilometer." So müsste jedes Hybridfahrzeug eine kleine Entstickungs- und wie die Eon-Kraftwerke eine Entschwefelungsanlage hinter sich herziehen. "Die Abgasnachbehandlung gehört nicht mehr ins Fahrzeug, sondern zentralisiert in Kraftwerke".

Die VDI-Tagung "Innovative Fahrzeugantriebe" wird zum sechsten Mal durchgeführt und besteht aus 33 Vorträgen, davon rund ein Drittel zur Hybridtechnik. Sie endet heute am 7. November 2008 mit der Preisverleihung an den Referenten mit dem besten Vortrag.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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