10.11.2008

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Weniger Unfälle durch koordinierte Fahrmanöver ohne eingreifen des Fahrers

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB und des Lehrstuhls für interaktive Echtzeitsysteme der Universität Karlsruhe haben eine Software entwickelt, mit der Autos in Gefahrensituationen künftig gemeinsam koordinierte Fahrmanöver durchführen sollen. Dazu schließen sich mehrere Fahrzeuge per Funk zu einer Gruppe zusammen und verständigen sich automatisch. Die Fahrmanöver erfolgen dann selbstständig - ohne eingreifen des Fahrers. "So können die Fahrzeuge schnell und sicher mit ausweichen", erklärt Thomas Batz vom Karlsruher Fraunhofer IITB das System.

Vor Augen haben die Wissenschaftler unter anderem folgendes Szenario: Ein Kind rennt über die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten - im selben Moment fährt ein Auto heran. Für eine Vollbremsung ist es zu spät und der Fahrer kann nicht ausweichen, da auf der benachbarten Spur ein zweites Auto fährt. Solche akuten Gefahrensituationen erkennen nach Angaben der Forscher sowohl das einzelne Auto wie auch der Gruppenkoordinator. Kann das Auto weder bremsen noch ausweichen, weil sich rechts auf der Nachbarspur ein weiteres Auto befindet, greift der Gruppenkoordinator ein: Er gibt beiden Fahrzeugen den Befehl, koordiniert nach rechts auszuweichen - so wird ein Unfall mit dem Kind und ein Zusammenstoß der beiden Autos vermieden. Im Gegensatz zu gängigen Fahrerassistenzsystemen, etwa dem Antiblockiersystem ABS, übernimmt die Automatik die Steuerung des Fahrzeugs.

Die Wissenschaftler nutzen kognitive und zeitweise autonom fahrende Autos für dieses neue System. Diese Fahrzeuge sind mit Funk und integrierten Sensoren, etwa Kameras, GPS- und Radarsystemen ausgestattet - so können sie ihr Umfeld autonom erkennen und etwaige Hindernisse gemeinsam umfahren. Die Fahrzeuge bilden kooperierende Gruppen, um gemeinsam handeln zu können. Diese Pkw müssen die gleiche Fahrtrichtung haben und sich untereinander in Funkreichweite befinden. Da die Geschwindigkeiten und Fahrziele der Autos variieren, wird die Gruppeneinteilung laufend angepasst. Jedes Fahrzeug einer Gruppe übermittelt automatisch seine aktuelle Lage und Fahrsituation an ein Auto, das zum Gruppenkoordinator bestimmt wurde. Dieser sammelt die Informationen aller Autos seiner Gruppe und erstellt ein gemeinsames Lagebild.

Das System befindet sich derzeit in der Entwicklung: Während die Gruppenbildung bereits realisiert sei, wollen die Forscher nun die Situationserkennung und -bewertung sowie die Verhaltensentscheidung verbessern.
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Autor(en): Caterina Schröder
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