10.02.2009

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Neues EU-Projekt FLYHY: Fluor soll Wasserstoffspeicherung optimieren

Fluor könnte künftig helfen, Wasserstoff in Metallhydridtanks besser zu speichern. Ob mittels Fluor zum Beispiel die Betriebstemperaturen der Speicher abgesenkt und den industriellen Anforderungen angepasst werden können, erforscht das von der EU geförderte Projekt FLYHY seit Beginn diesen Jahres. Koordiniert wird das Projekt vom GKSS-Forschungszentrum Geesthacht unter der Leitung von Dr. Klaus Taube aus dem Institut für Werkstoffforschung. Am 4. und 5. Februar 2009 fand das Kick-Off-Meeting auf dem Gelände des GKSS-Forschungszentrums in Geesthacht statt.

Ausgangspunkt der Forschung ist die Speicherung von Wasserstoff in Metallhydriden. So haben die Wissenschaftler im GKSS-Forschungszentrum Prototypen von Metallhydridtanks entwickelt, in denen konventionelle Raumtemperaturhydride sowie neuartige inGeesthacht entwickelte Leichtmetallhydride als Speichermedien dienen. Diese Metallhydridspeicher müssen für den Einsatz in mobilen Anwendungen jedoch mehrere Anforderungen erfüllen: Eine durchgehend hohe Speicherdichte, moderate Betriebstemperaturen, schnelle Lade- und Entladegeschwindigkeiten und niedrige Produktionskosten - Erfordernisse, denen die aktuellen Speichermaterialien noch nicht ganz entsprechen.

Die in FLYHY durchgeführte Forschung hat dementsprechend das Ziel, neuartige Speichermaterialien zu entwickeln, die über hohe Speicherkapazitäten verfügen und gleichzeitig Arbeitstemperaturen aufweisen, die mit fortgeschrittenen Polymer basierten Brennstoffzellen verträglich sind.Zudem sollen kompaktere und - im Vergleich zu heute verfügbaren Festkörpertanks - wesentlich leichtere Tanks entwickelt werden.

Vielversprechend scheint den Wissenschaftlern hierbei der Einsatz des Halogens Fluor. Die Idee besteht darin, einen kleinen Teil des gespeicherten Wasserstoffs durch Fluor zu ersetzen. Dadurch vermindert sich zwar die Speicherkapazität des Tanks, die bisher durchgeführten Untersuchungen lassen aber auch eine Absenkung der Arbeitstemperatur des Speichers erwarten, heißt es in der Meldung des Instituts. Erste Forschungsarbeiten, mit Fluor modifizierte Speichermaterialien zu entwickeln, haben laut GKSS bereits erfolgsversprechende Ergebnisse erzielt und wurden zum Patent angemeldet. Allerdings sei umfangreiche Grundlagenforschung notwendig und der Weg zur Serienreife noch weit.

Beteiligt sind Wissenschaftler aus dem Institut für Werkstoffforschung des GKSS-Forschungszentrums, des Insitutt for Energieteknikk in Norwegen sowie der Aarhus Universitet in Dänemark. Diese Kooperation wird nun im Rahmen des EU-Projekts FLYHY ausgebaut. Unter der Federführung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht beteiligen sich neben den Forschern aus Dänemark und Norwegen Wissenschaftler aus Italien und Argentinien sowie ein mittelständisches Unternehmen aus Griechenland.

FLYHY - Fluorine Substituted High Capacity Hydrides for Hydrogen Storage at Low Working Temperatures - ist am 1. Januar dieses Jahres gestartet und hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2011. Das Gesamtbugdet des GKSS-Forschungszentrums in diesem mit 2,1 Millionen Euro von der EU geförderten Projektes beträgt nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Million Euro.
(Foto: Ein beim GKSS im Rahmen des EU-Projektes STORHY entwickelter Speichertank für 8kg Natrium-Alanat)
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Autor(en): Caterina Schröder
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