17.02.2009

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Rinspeed präsentiert "iChange" mit adaptivem Karosseriekonzept in Genf

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Die Schweizer Autoschmiede Rinspeed präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon 2009 mit dem "iChange" ein "1-2-3-Sitzer" mit einem 150-kW-Elektroantrieb, dessen türlose Karosserieform sich elektronisch an die Zahl der Passagiere anpasst. So wird aus einem Sportwagen, der ausschließlich dem Fahrer Platz bietet, innerhalb weniger Sekunden ein Dreisitzer, indem sich auf Knopfdruck das Heck des tropfenförmigen Autos aufstellt. Zum Einstieg in den 1.030 Millimeter hohen Wagen klappt die gesamte Dachpartie elektrisch nach vorne. Ebenso extravagant ist der Zündschlüssel, dessen Funktion ein Apple iPhone übernimmt, das gleichzeitig auch die Fernsteuerung und Bedieneinheit für die wichtigsten Fahrzeugfunktionen ist. Rinspeed-Chef Frank M. Rinderknecht über seine neueste Kreation: "Wir haben ein extrem flexibles Fahrzeug auf die Räder gestellt und dabei die Themen der Variabilität und des sich laufend ändernden Energiebedarfs konsequent zu Ende gedacht."

Die Grundidee des 4.280 Millimeter langen "iChange" basiert auf der Optimierung der drei Faktoren, die den Energiebedarf maßgeblich beeinflussen: Gewicht, Antrieb und Aerodynamik. So entstand bei der Engineering-Firma Esoro, die schon traditionell die Rinspeed Konzept Cars auf die Räder stellt, das 1.050 Kilogramm schwere Auto, das emissionsfreie Mobilität mit Hilfe eines Elektroantriebs ermöglicht. Um die Aerodynamik zu verbessern entwickelten die Schweizer die adaptive Karosserie und nahmen dabei an, dass die meiste Zeit nur der Fahrer das Fahrzeug nutzt. Denn die aerodynamisch günstigere Tropfenform entsteht nur, wenn das Heck abgesenkt ist.

Die Energie wird von Lithium-Ionen-Akkus geliefert, die in zwei unterschiedlichen Batterie-Packs für die Kurz- oder die Langstrecke zur Verfügung stehen. Die maximale Reichweite mit drei Packs liegt bei 90 Kilometern. Angetrieben wird der "iChange" von einem 150 kW starken Elektromotor, der über ein Drehmoment von 370 Newtonmetern verfügt und den den Wagen auf bis zu 220 km/h beschleunigen kann. Den Spurt von null auf Tempo 100 erledigt die heckgetriebene Studie in 4,2 Sekunden. Möglich werden diese Fahrleistungen mit einem Sechs-Gang-Vorwahl-Getriebe, das aus dem Subaru WRX-Fahrzeug stammt. Der Triebsatz des Fahrzeugs besteht aus einem integrierten System aus Motor/Generator, Leistungselektronik und Schnittstelle mit Batterieanbindung der zentralen Forschungsabteilung der Siemens AG (Corporate Technology, CT). Im Getriebe und Antriebsstrang kommen laut Rinspeed biologisch schnell abbaubare Schmierstoffen von Motorex zum Einsatz.

Da der E-Motor zu wenig Abwärme liefert, ist das Konzeptfahrzeug auf eine leistungsstarke Zusatzheizung angewiesen. Hierbei bietet die Studie - ebenfalls abhängig von der zu erwartenden Fahrlänge - zwei Konzept, die die Esslinger Eberspächer Gruppe speziell für dieses Projekt konzipiert hat: eine Elektro- und eine Ethanol-85-Heizung. Auf der Kurzstrecke kommt der elektrische PTC-Heizer zum Einsatz. Der 228 x 167 x 36 Millimeter große Prototyp wurde auf eine Nominalspannung von 580 Volt ausgelegt und erzielt eine Heizleistung von 5,6 kW. Er soll einen Wirkungsgrad von 99 Prozent aufweisen. Auf der Langstrecke sorgt die batterieunabhängige alternative Brennstoffheizung "Airtronic" für eine höhere Reichweite des Fahrzeugs, da die Brennstoffheizung das Bordnetz nicht belastet. Die speziell auf das Konzeptfahrzeug zugeschnittene Airtronic verbraucht laut Hersteller weniger als einen halben Liter Kraftstoff pro Heizstunde und ist auf die Verbrennungseigenschaften des alternativen Kraftstoffes Ethanol 85 ausgelegt. Komplettiert wird das Heizsystem durch einen 3.5-Liter-Tank sowie einem Katalysator. Der Wirkungsgrad der Airtronic soll - bezogen auf die Primärenergie - 84 Prozent betragen.

Das Schweizerische Bundesamt für Energie unterstützt das "iChange"-Projekt als "wegweisendes" Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Solarzellen an den Dachseiten und -mitte können den der im Sommer durch einen Ventilator selbstversorgend auf angenehmen Temperaturen halten. In sonnigen Gefilden finden sich mit den großflächigen Sharp-Solarpanelen natürliche Ladehilfen.
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Autor(en): Caterina Schröder
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