18.02.2009

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Studie: Dezentrale Wertschöpfungsstrategien für Autobauer trotz Krise unerlässlich

Die ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin und Bertelsmann Stiftung haben eine Studie zum internationalen Wertschöpfungsmanagement vorgelegt. Darin haben beide Institutionen die Wertschöpfung mehrerer Automobilhersteller untersucht und die weltweite Lokalisierung von Wertschöpfungsaktivitäten als wesentlichen Schlüssel identifiziert, um zukünftig trotz Krise im Wettbewerb bestehen zu können.

Prof. Dr. Stefan Schmid (links) und Philipp Grosche (rechts) von der ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin haben in dem gemeinsamen Projekt mit der Bertelsmann Stiftung die Automobilhersteller Audi, Dacia, Renault, Toyota und Volkswagen detailliert analysiert, Best Practices identifiziert und Handlungsempfehlungen für zukunftsfähige Wertschöpfungsstrategien entwickelt. In Fallstudien zeigen Schmid und Grosche, welche Maßnahmen Automobilhersteller ergreifen müssten, um auf den weltweiten Märkten auch langfristig wettbewerbsfähig zu sein.

Demnach sollten Automobilhersteller ihre Wertschöpfungsaktivitäten verstärkt dezentral innerhalb des Unternehmensnetzwerks durchführen, um in den Märkten vor Ort präsent zu sein. Nur auf diese Weise könnten die Hersteller weiterhin weltweit erfolgreich sein und neue Wachstumschancen erschließen. Die Gefahr, die für einen von wenigen Absatzmärkten abhängigen Hersteller besteht, zeige sich in der aktuell schwierigen Situation der US-amerikanischen Automobilhersteller. "Sie erzielen immer noch fast die Hälfte ihres Absatzes im Heimatmarkt und sind in dieser Hinsicht deutlich weniger international als ihre wichtigsten Wettbewerber."

Die Dezentralisierung müsse dabei jedoch auch auf Führungsfunktionen und Entscheidungskompetenzen bezogen werden. Dann können laut Professor Schmid, Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Management und Strategisches Management an der ESCP-EAP Berlin, aus den Ressourcen, Fähigkeiten und Kompetenzen ausländischer Unternehmenseinheiten Wettbewerbsvorteile für das Gesamtunternehmen entstehen. "Der US-Hersteller General Motors könnte besser dastehen, wenn er frühzeitig die Kompetenzen seiner deutschen Tochter Opel im Bereich der Kompakt- und Mittelklassewagen und der verbrauchsarmen Motoren für den gesamten Konzern genutzt und ihr eine Führungsrolle im Konzern gegeben hätte", verdeutlich die Studie.

Einen Weg zur Verbesserung der globalen Wettbewerbsfähigkeit ist laut Studie der Wandel der Schwellen- und Entwicklungsländer von "billigen Produktionsstandorten" zu neue Kernmärkte der Automobilindustrie. Wer das beispielsweise Erkannt und genutzt hat sei Renault: "Seine rumänische Tochtergesellschaft Dacia war mit dem auf die Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern zugeschnittenen Low-Cost-Car Logan erfolgreich und wurde schnell zur tragenden Säule für Wachstum und Internationalisierung des Konzerns."

Die praxisorientierte Studie liegt unter den folgenden bibliographischen Angaben vor: Schmid, Stefan/Grosche, Philipp (2008): Management internationaler Wertschöpfung in der Automobilindustrie - Strategie, Struktur und Kultur. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh, 2008, 159 Seiten.
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Autor(en): Caterina Schröder
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