03.03.2009

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Der neue VW Polo: Großzügig bei der Sicherheit, sparsam im Verbrauch

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Volkswagen präsentiert auf dem Genfer Automobil-Salon (5. bis 15. März 2009) die fünfte Generation des Polo, der laut Konzernchef Prof. Dr. Martin Winterkorn das souveräne Konzept des Golf in das nächst kleinere Segment transferieren soll. "Damit erreichen wir ein völlig neues Niveau der Wertigkeit und Effizienz bei den Kleinen." Nicht nur die Qualität soll ein Charakteristikum des neuen Kleinen sein, auch das Thema Sicherheit spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung. So wurder der Polo laut VW gezielt darauf abgestimmt, fünf Sterne nach der neuen, deutlich strengeren und umfassenderen EuroNCAP-Wertung (ATZonline berichtete) zu erreichen. Mit dazu bei trägt die höhere Strukturfestigkeit der Karosserie. Allein im Bereich des Fußraumes konnte die Intrusion, also die Deformationsstärke bei einem Frontcrash, um 50 Prozent gesenkt werden. Im Falle eines Seitencrashs wurde der Intrusionswert um 20 Prozent verbessert.

Die jetzt vorgestellte Europa-Version des Polo wird darüber hinaus serienmäßig das elektronische Stabilisierungsprogramm ESP mit Berganfahrassistent, einen hochwirksamen Airbagverbund inklusive kombinierter Kopf-Thorax-Airbags (integriert in den Lehnen der Vordersitze), Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer plus Gurtwarner und dem Schleudertrauma entgegenwirkende Kopfstützen (jeweils vorn), drei Fond-Kopfstützen sowie Isofix-Verankerungen für entsprechende Kindersitze an Bord haben.

Trotz der Verbesserungen in allen Bereichen konnte das Karosseriegewicht des Polo um 7,5 Prozent gesenkt werden. Durch den Einzug neuer TDI- und TSI-Motoren sowie des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ergeben sich in vielen Leistungsstufen reduzierte Verbrauchs- und Emissionswerte. Herausragend ist hier der neue 1.2 TSI. Der per Turbo aufgeladene Vierzylinder-Ottomotor mit Direkteinspritzung leistet 77 kW und verbraucht laut Hersteller 5,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern (129 g/km CO2) - das sind 19 Prozent weniger als beim entsprechenden Vorgänger.

Insgesamt wird es für den neuen Polo im ersten Jahr sieben Motoren geben - vier Ottomotoren und drei Dieselaggregate. Fünf dieser Motoren sind gänzlich neu oder kommen erstmals im Polo zum Einsatz, drei von ihnen können optional statt mit manuellem Fünfgang- respektive Sechsgang-Getriebe mit dem Siebengang-DSG kombiniert werden.

Die Ottomotoren, zwei Drei- und zwei Vierzylinder, leisten zwischen 44 kW und 77 kW. Neu im Programm sind dabei die beiden stärksten Ottoversionen, der 1.4 mit 63 kW und der serienmäßig via Sechsgang-Getriebe geschaltete 1.2 TSI mit 77 kW. Der TSI beschleunigt den Polo auf maximal 190 km/h und verbraucht voraussichtlich im Schnitt laut Hersteller 5,5 Liter auf 100 Kilometer. Die CO2-Emiissionen liegen bei 129 Gramm pro Kilometer.

Ebenfalls neu an Bord des Polo sind zudem alle drei Common-Rail-Turbodiesel. Die drehmomentstarken Vierzylinder leisten zwischen 55 kW und 77 kW und verbrauchen laut Hersteller - unter Ausnahme der BlueMotion-Version - im Schnitt 4,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer (109 Gramm CO2 pro Kilometer). Auf der Basis der mittleren Leistungsstufe mit 66 kW debütiert zudem noch 2009 eine BlueMotion-Version - dieser Polo BlueMotion soll lediglich 3,8 Liter Kraftstoff verbrauchen und 96 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren.

Das Fahrwerk des neuen Polo hat Volkswagen in weiten Bereichen neu ausgelegt. So wurde beispielsweise vorne wie hinten die Spurbreite um jeweils 30 Millimeter zugunsten der Fahrdynamik erhöht (vorn 1.464, hinten 1.456 Millimeter). Vorne haben die Konstrukteure eine komplett neu entwickelte McPherson-Achse integriert. Zudem wurden die Vorderräder um fünf Millimeter nach vorn versetzt, wodurch ein größerer Nachlaufwinkel erzielt und damit der Geradeauslauf verbessert werden konnte. Darüber hinaus kommen im Polo neue Federbeinlager zum Einsatz, die einerseits leichter sind, andererseits den Fahrkomfort verbessern. Da nun zudem größere Räder gefahren werden können, verbessert sich abermals der Komfort. Generell wurde das Potential der Bremsanlage der neuen Polo-Generation angepasst; unter anderem kommt anstatt eines 8,5-Zoll-Bremskraftverstärkers jetzt ein leistungsfähigeres 10-Zoll-System zum Einsatz.

Im Hinblick auf das Erreichen von fünf Sternen im EuroNCAP-Crashtest wurde die stufenlos vertikal und axial einstellbare Lenksäule komplett neu entwickelt. Quasi als Nebeneffekt konnte dabei das Gewicht weiter reduziert werden. Die serienmäßige elektrohydraulische Servolenkung wurde indes vom Vorgänger übernommen und an die neue Vorderachskinematik angepasst. Komplett neu legten die Ingenieure die Lenkungsabstimmung aus.

Äußerlich zeigt sich der Polo mit dem neuen Volkswagen Familiengesicht, das mit dem flachen Grill und dem seit dem Scirocco typischen Scheinwerferband das Plus an Breite betont. Harmonisch fügt sich in dieses Gesicht der in Fahrzeugfarbe gehaltene Stoßfänger unterhalb des schwarzen Grills ein. In einer dritten horizontalen Linie versorgt darunter ein weiterer großer Lufteinlass Motor und Bremsen mit Luft. Dieser erneut schwarze Bereich nimmt seitlich das Tagfahrlicht und die Nebelscheinwerfer mit integriertem Abbiegelicht auf.

Die Heckleuchten, die bis in die Schulter des Polo hinein ragen, nehmen die stilistische Grundform der Scheinwerfer mit ihrer nach oben abknickenden Grundlinie wieder auf. Bis in den Stoßfänger reicht derweil die Heckklappe. Analog zum Golf wird sie über das als Griff fungierende und diesem Fall aufschwenkenden VW-Zeichen geöffnet. Serienmäßig: ein in die Heckklappe integrierter Dachkantenspoiler.

Bereits Ende März wird zuerst die Produktion des viertürigen Polo anlaufen. Beginnend mit der letzten Juni-Woche soll die Markteinführung der Neuauflage des Kleinwagens in Deutschland starten. Zwei Wochen später, so der logistische Masterplan, will Volkswagen den Wagen dann europaweit anbieten.
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Autor(en): Caterina Schröder
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