13.03.2009

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TU Darmstadt startet Förderungsprogramm für Wissenschaftlerinnen

Die Technische Universität Darmstadt greift mit ihren forschungsorientierten Gleichstellungsstandards Anregungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf, jedoch will sie über die DFG-Richtlinien sowie das laufende Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums für die Länder hinausgehen und hat dafür ein eigenes Initiativprogramm aufgelegt. Diese soll laut Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt, die Berufungspolitik grundlegend verändern, damit die Darmstädter Universität mehr Professorinnen gewinnen kann.

Ein zentraler Ansatzpunkt, vor allem für die technischen Disziplinen: Schon vor der Ausschreibung von Professuren müssen Schritte zur Findung von Kandidatinnen getan werden. Demnach will die TU Darmstadt künftig im Vorfeld von Berufungsverfahren stärker auf Recruiting und Head-Hunting setzen. Die Fachbereiche könnten zur internationalen Recherche und externen Beratung auf zentrale Mittel zugreifen.

Weitere Punkte des Konzepts: Namen von potenziell geeigneten Kandidatinnen oder aber der Nachweis, dass international keine Kandidatinnen zu finden sind, sind an der TU Darmstadt künftig Voraussetzung für die Freigabe einer Professur. Zudem sollen gezielte Findungs-Aktivitäten in allen Berufungsberichten dokumentiert werden. Darüber hinaus ist die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und Gutachterinnen an der Berufungskommission beziehungsweise bei der Begutachtung von Berufungslisten vorgesehen. Kommissionsvorsitzende und Senatsbeauftragte achten auf die Gleichstellung. In Berufungsverhandlungen soll auf Lösungen für Dual Career Couples geachte werden.

Gelingt es nicht, die Quote von Honorarprofessorinnen signifikant zu steigern, wird nach Angaben der Universität eine Quotierung erwogen. Die überdurchschnittliche Anzahl von Promotionen von Frauen wird im Rahmen der Mittelzuweisung an die Fachbereiche honoriert.

Um generell die Anzahl der Wissenschaftlerinnen zu erhöhen, verpflichten sich Entscheidungs- und Aufsichtsgremien wie Senat und Hochschulrat sowie Forschungsverbünde der TU Darmstadt selbst zu einer höheren Frauenrepräsentanz. Ein neuer Preis soll schließlich an der TU Darmstadt auf allen Ebenen, von Studentinnen bis Professorinnen, Best-practice-Modelle für das Recruting von Frauen prämieren.

Der Hintergrund dieser Maßnahmen sind neuere Studien zum Kern des Problems: Frauen zögern, wie aktuelle Untersuchungen zeigen, sich auf das Berufsbild der Wissenschaftlerin beziehungsweise Professorin festzulegen. Im Rahmen der Promotionsbetreuung sei der Faktor Ermutigung ebenso wichtig wie das rechtzeitige und offene Ansprechen des Themas Lebensplanung.

Um junge Wissenschaftlerinnen nach der Promotion zum Verbleib in der Wissenschaft zu motivieren, sieht die TU Darmstadt Förderangebote in der PostDoc-Phase beziehungsweis nach der Habilitation als entscheidend an. Neben der Juniorprofessur bietet die TU Darmstadt Teilzeit-Arbeitsverhältnisse an.
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Autor(en): Caterina Schröder
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