04.03.2009

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Universität Windsor und TH Karlsruhe planen Leichtbau-Kooperation

Die Rektoren der Universitäten von Windsor (Ontario, Kanada) und Karlsruhe wollen am 9. März 2009 ein "Memorandum of Understanding" zur zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnen. Das übergeordnete Ziel der Kooperation ist es, die Umsetzung der Forschungsergebnisse zu industriellen Anwendungen des Leichtbaus und der Automobilindustrie beiderseits des Atlantiks zu vereinfachen und zu fördern.

Bereits konkret in Planung soll die Etablierung eines gemeinsamen, festen Mitarbeiterstammes durch nationale Forschungseinrichtungen aus Kanada (NRC), USA (USCAR, US DOE, ACC/USAMP) und Deutschland (Fraunhofer) sein. Die Kollaboration beinhaltet zudem die gemeinsame Rekrutierung von Studenten, Diplomanden, Doktoranden und Post-Docs sowie von Ingenieuren und Technikern. Gemeinsame Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, das Betreiben von Pilotanlagen und Entwicklung von Pilotanwendungen auf dem Gebiet des Leichtbaus sind inhaltlicher Gegenstand der Kooperation. Gemeinsame Expertenrunden und Expertengremien zur Problemlösung, studentische und akademische Austauschprogramme, internationale Verbundforschung bis hin zu gemeinsamen Vorlesungen in ausgewählten Themenstellungen sollen die geplante Zusammenarbeit ergänzen.

Ein weiterer Baustein bei einem Zusammenschluss in Forschung und Lehre ist die industrielle Ausrichtung der Inhalte. Zusammen mit dem langjährigen Kooperationspartner Dieffenbacher GmbH+Co KG sowie mit kanadischen Industriepartnern strebt die Universität Windsor, die Uni Karlsruhe und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) in einer weiteren Entwicklungsstufe der Kooperation die Einrichtung eines Forschungsinstituts für angewandte Forschung (International Composite Center, ICC) in Ontario an. Unter der Leitung eines international besetzten Lenkungskreis aus Vertretern der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik sollen Fragestellungen auf dem Gebiet der Leichtbautechnologien von der Auslegung (Methoden) über Material-, Herstellungs- und Prozessentwicklung bis hin zur Prototypenfertigung bearbeitet werden.

Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg und Sandra Pupatello, Minister of International Trade and Investment aus Ontario, untermauern diese Kooperation durch die Gestaltung entsprechender politischer und finanzieller Rahmenbedingungen.

An der Universität Karlsruhe haben sich über 30 Institute in komplementären Fragestellungen rund ums Auto zum so genannten KIT-CART (Center for Automotive Research and Technology) zusammengeschlossen. Verstärkt wurden diese Aktivitäten der Universität Karlsruhe (TH) auf dem Gebiet des Leichtbaus. So ist der neue Lehrstuhl für "Leichtbautechnologie", unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Henning, seit Anfang 2009 Teil des KIT-CARTs. Prof. Henning ist stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer ICT in Pfinztal und gilt als Experte auf dem Gebiet der Faserverbundwerkstoffe, der Kunststoffe sowie der Hybride. Unter der Führung des ICT wurde 2008 das Karlsruher Innovationscluster KITe hyLITE - Technologien für den hybriden Leichtbau gegründet (ATZonline berichtete).

Am Standort Windsor, Ontario in Kanadas Süden, befindet sich die Universität Windsor, die vor allem im für den Leichtbau bedeutenden Bereich der Produktionstechnologien und der Bauteilentwicklung international anerkannt ist.
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Autor(en): Caterina Schröder
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