08.04.2009

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McKinsey: Verbrennungsmotoren haben größtes Potenzial zur CO2-Einsparung

Bei der Reduzierung des weltweiten CO2-Ausstoßes von Pkw bietet laut der aktuellen McKinsey-Studie "Roads towards a low-carbon future" die Weiterentwicklung des klassischen Verbrennungsmotors und Antriebsstrangs das größte Potenzial. So lässt sich nach Angaben des Beratungsunternehmens der CO2-Ausstoß von Pkw bis 2030 um jährlich 2,2 Gigatonnen reduzieren. Die Hälfte dieses langfristig möglichen Absenkungspotenzials könne die Automobilindustrie durch die sparsamere Kraftstoffverwertung bei Pkw mit Verbrennungsmotoren erreichen. Knapp ein Viertel dieses Potenzials soll aus neuen Antriebstechnologien wie Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder Elektro-Fahrzeugen kommen. Beigemischte Biokraftstoffe und Konzepte zur Änderung des Fahrverhaltens und besseren Verkehrsführung bilden zusammen das restliche Vermeidungspotenzial.

Obwohl die Berater davon ausgehen, dass ein Teil dieser Maßnahmen mittelfristig Gewinne abwerfen werde, rechnen sie mit einem Anstieg der zusätzlichen jährlichen Kosten auf 170 bis 250 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 - allein zur Steigerung der Kraftstoffeffizienz, beispielsweise durch Weiterentwicklung von Motor und Antriebsstrang, Senkung des Rollwiderstands der Reifen und leichtere, aerodynamischere Karosserien.

"In diesen Investitionen liegt allerdings eine große Chance", betont Christian Malorny, der bei McKinsey das Beratungsgeschäft für deutsche Klienten aus der Automobil- und Zulieferindustrie leitet. "Mit dieser zusätzlichen Wertschöpfung entsteht ein neuer milliardenschwerer Markt. Und die deutsche Autoindustrie ist im Bereich sauberer Technologien klarer Innovations- und Marktführer." Die Notwendigkeit dieser Investitionen betont Andreas E. Zielke, Leiter der weltweiten Automobilberatung bei McKinsey: "Wir rechnen angesichts der sich nahezu verdoppelnden weltweiten Pkw-Flotte bis 2030 mit einem Anstieg des CO2-Ausstoßes um dramatische 54 Prozent - wenn nicht investiert wird." Würden dagegen die technischen und organisatorischen Verbesserungspotenziale ausgeschöpft werden, ließe sich laut Zielke der CO2-Ausstoß bis 2030 sogar noch um 18 Prozent unter das Niveau von 2006 zurückführen.

Für die Studie "Roads towards a low-carbon future" hat McKinsey im Rahmen eines 18-monatigen Forschungsprojekts drei verschiedene Szenarien untersucht, die den Weg zu einer emissionsarmen Zukunft für den Pkw-Sektor aufzeigen. Der Fokus der Studie liegt auf dem Durchschnittsszenario, bei dem ein "Technologie-Mix" aus optimierten Verbrennungsmotoren, Benzin-Elektro-Hybridfahrzeugen und reinen Elektrofahrzeugen vorausgesetzt wird. In diesem Szenario würden beim weltweiten Absatz von Neuwagen im Jahr 2030 drei Prozent auf Elektrofahrzeuge (circa drei Millionen pro Jahr), 16 Prozent auf Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (circa 14 Millionen pro Jahr) und 23 Prozent auf Hybridfahrzeuge (etwa 21 Millionen pro Jahr) entfallen.

Im Hybrid- und Elektro-Szenario kamen die Berater für 2030 auf eine 49-prozentige Reduzierung der CO2-Emissionen im Vergleich zur Basisline, die die Entwicklung der CO2-Emissionen ohne zusätzliche Investitionen abbildet, beziehungsweise auf eine 22-prozentige Reduzierung im Vergleich zu 2006. Wäre dieses Szenario 2030 Realität, würden 36 Prozent der Fahrzeuge mit optimierten Verbrennungsmotoren, 47 Prozent mit Hybrid- oder Plug-in-Hybridantrieben und sieben Prozent als reine Elektrofahrzeuge verkauft werden. Die Well-to-Wheel-Bilanz in dieser Annahme müsste laut McKinsey von 270 Gramm pro Kilometer (Stand 2006) auf 130 Gramm CO2 pro Kilometer (2030) reduziert werden. Diese Berechnung sieht zu 60 Prozent eine kohlenstoffarmen Stromerzeugung sowie eine ausreichende Infrastruktur zur Versorgung der Elektrofahrzeuge vor.

Das dritte Szenario fokussiert die optimierten Verbrennungsmotoren. Demnach wären 2030 nahezu alle der verkauften Fahrzeuge (99 %) mit Verbrennungsmotoren ausgestattet - lediglich ein Prozent würde über einen Hybridantrieben Verfügen. Das Ergebnis hätte einen im Vergleich zu 2006 um elf Prozent reduzierten CO2-Ausstoß zur Folge; beziehungsweise eine 42-prozentige Reduzierung der Emissionswerte, verglichen mit der "Basislinie", die keine Ergreifen von CO2-reduzierenden Maßnahmen bei Pkw vorsieht.
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Autor(en): Caterina Schröder
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