09.04.2009

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Neuer GTI kommt mit virtuellem Vorderachs-Sperrdifferential

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Der neue Volkswagen Golf GTI wird mit einer erweiterten ESP-Funktion ausgestattet, um der 155 kW starken Sportversion des Golf 6 zu einem noch besserem Kurvenhandling zu verhelfen. Basierend auf den vorhandenen Sensordaten wie Lenkradwinkel, Gierrate und Raddrehzahlen, bremst die elektronische Differentialsperre XDS bei schneller Kurvenfahrt das kurveninnere Rad gezielt ab, um den Schlupf des Rades trotz geringer Aufstandslast zu verringern. Die entstehende höhere Traktion führt dazu, dass sich das Fahrzeug in die Kurve eindreht und ein Untersteuern beziehungsweise eine EPS-Bremsung vermieden werden können.

Gunnar Jenz aus der VW-Gesamtfahrzeugentwicklung erklärte auf Nachfragen, dass man durchaus Systeme mit aktiver Momentverteilung, beispielsweise über eine Haldex-Kupplung, untersucht habe. Die Entscheidung für die elektronische Lösung wäre dann aber nicht nur aus Kostengründen gefallen. Jedes andere System hätte mit mindestens zehn Kilogramm Mehrgewicht in der Bilanz gestanden.

Bei ersten Testfahrten im Rahmen der internationalen Pressevorstellung in Saint Tropez, Südfrankreich, erfolgte der Regeleingriff zu dezent, dass er letztlich nicht zu spüren war. Ganz anders als die elektronische Dämpferregelung DCC, die dem Fahrer ermöglicht, zwischen drei Grundeinstellungen (Sport, Komfort und Normal) zu wählen. Damit gelingt es, das Sportfahrwerk - gegenüber der Serienversion des Golf vorn um 22 Millimeter, hinten um 15 Millimeter abgesenkt - für Langstreckenfahrten komfortabler als in den Vorgängermodellen auszulegen und trotzdem bei schneller Fahrt Wank- und Nickbewegungen zu minimieren. Im Sportmodus wird zusätzlich die Kennlinie der hydraulischen Lenkhilfe variiert.

Angetrieben wird der neue GTI von dem bekannten 2,0-Liter-TSI-Motor, wie er beispielsweise auch im Scirocco zum Einsatz kommt. In Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG mit sechs Gängen erzielt der GTI einen Verbrauch von 7,4 Liter im Normzyklus. Verglichen mit dem Ur-GTI von 1976 sind das 0,6 Liter weniger. Dafür erreicht der neue GTI eine Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h (statt 182 km/h), spurtet in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h (statt in 9,2 Sekunden) und wiegt 1.339 Kilogramm - der erste GTI gab sich mit 810 Kilogramm zufrieden.

Die Modifikationen an der Karosserie sind beim neuen GTI geringer als beim Golf V, es entfällt der auffällige sehr große Kühlergrill zugunsten eines modifizierten Frontstoßfängers mit zusätzlichen Lufteinlässen. Dafür wird, auch das eine Reminiszenz an den GTI von 1976, das obere Kühlergitter wieder mit einem roten Rahmen umfasst. Auch im Innenraum wird die Vergangenheit beschworen, beispielsweise mit den schwarz-roten Karomustern der Stoffsitze.

Ohne Zweifel ist der neue GTI der perfekteste und langstreckentauglichste den es je gab. Ob er die Emotionen der Autokäufer noch so zu wecken vermag, wie bei den 1,7 Millionen Kunden, die sich für eines der fünf Vorgängermodell entschieden, wird sich zeigen.
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Autor(en): Johannes Winterhagen
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