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McKinsey: Marktanteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen liegt 2020 bei bis zu 33%

McKinsey hat in der Studie "Wettbewerbsfaktor Energie" Branchen untersucht, in denen Energie und Energieeffizienz von strategischer Bedeutung sind. Das Ergebnis: Bereiche der energierelevanten Märkte können laut McKinsey bis 2020 mit einer jährliche Zuwachsrate von durchschnittlich fast 13 Prozent rechnen. Damit würden sie bis 2020 ein jährliches Volumen von mehr als 2.100 Milliarden Euro erreichen, ausgehend von 500 Milliarden Euro im Jahr 2008.

"Wenn es der deutschen Wirtschaft gelingt, in der Besetzung dieser Wachstumskerne eine führende Rolle zu spielen, dann leistet dies einen herausragenden Beitrag zur Überwindung der Krise. Dadurch können bis 2020 in Deutschland mindestens 850.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden", erklärt Frank Mattern, Managing Partner Deutschland von McKinsey. "Für Unternehmen in diesen Bereichen ist es strategisch entscheidend, welche Form von Energie in welcher Menge und zu welchen Kosten entweder in den Produkten oder in den Produktionsprozessen verbraucht wird." Zu den Wachstumskernen zählen neben der Automobilindustrie die Gebäudetechnik sowie der Maschinen- und Anlagenbau.

Überdurchschnittlich bewertet das Beratungsunternehmen dabei die Automobilindustrie: Laut McKinsey ergibt sich dort bis zum Jahr 2020 allein aus effizienteren und emissionsärmeren Pkw-Technologien ein Marktpotenzial von 325 Milliarden Euro. Gegenüber dem heutigen Stand entspräche dies einem Wachstum dieser Marktsegmente von jährlich 29 Prozent. Dazu gehören Hybridfahrzeuge, die weiterhin als Hauptantrieb einen Verbrennungsmotor haben, aber durch einen Elektromotor unterstützt werden. Sie dürften je nach Ölpreis bis 2020 einen weltweiten Marktanteil zwischen 16 und 24 Prozent erreichen, das wären mindestens 270 Milliarden Euro. Autos mit deutlich verbessertem Verbrennungsmotor schaffen laut Studie durch die relevanten Komponenten zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs ein Marktvolumen von 30 bis 35 Milliarden Euro. Auch Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge werden nach Angaben der Berater langfristig eine bedeutende Rolle für die Autoindustrie spielen. Bis 2020 rechnet McKinsey allerdings nur mit einem Umsatzanteil zwischen einem und neun Prozent, der stark vom dann geltenden Ölpreisszenario und der technischen Entwicklung abhängt. Das wären Umsätze zwischen 20 und 110 Milliarden Euro.

Die Studie betrachtet neben neuen Absatzchancen auch das Einsparpotenzial durch höhere Effizienz. "Nach unseren Berechnungen können deutsche Unternehmen und Haushalte im Jahr 2020 ein Einsparvolumen von 53 Milliarden Euro gegenüber dem heutigen Niveau erreichen, was etwa 25 Prozent der gesamten Energiekosten in Deutschland entspricht", erläutert Mattern. Im Verkehr ließen sich die Kosten um 22 Milliarden Euro senken, bei den Gebäuden um 21 Milliarden und in der industriellen Produktion um weitere zehn Milliarden Euro. Das bedeutet: Die EBIT-Marge ließe sich so von 3,5 auf 4,0 Prozent steigern. Mattern: "Das wäre ein ganz erheblicher Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsposition und zur Existenzsicherung vieler Unternehmen."

Warum dieses Potenzial noch eher ungenutzt bleibt, erklärt der Deutschland-Chef von McKinsey mit zu kurzen Betrachtungszeiträumen und der mangelnden Analyse der Gesamtkosten: "Einen enormen Schub würden wir in der Energieeffizienz - und damit auch beim Klimaschutz - erreichen, wenn wir den Blick auf die Gesamtkosten zur wirtschaftlichen Entscheidungsgrundlage machen." Der Ansatz basiert auf dem Konzept der Total Cost of Ownership, mit dem sich Betreibermodelle entwickeln lassen, etwa für die Nutzung von Elektroautos, für Wohngebäude oder in der dezentralen Energiewirtschaft.

Ausgangspunkt der Berechnungen war das erwirtschaftete Volumen in den Branchen, in denen der Wettbewerbsfaktor Energie eine Schlüsselrolle spielt. Dieses lag laut McKinsey im vergangenen Jahr weltweit bei 36,5 Billionen Euro. Das entspräche etwa 40 Prozent aller Umsätze. In Deutschland ist dieser Anteil nach Berechnungen der Unternehmensberatung mit 44 Prozent höher als in allen anderen westlichen Industrienationen und erreicht 2,38 Billionen Euro. Zu diesen Branchen zählen Transport und Verkehr, Gebäudetechnik, energieintensive Industrien, Maschinen- und Anlagenbau, Informationstechnologie und IT-Services sowie die Energiewirtschaft selbst.
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Autor(en): Caterina Schröder
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