22.04.2009

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Dr. Ralf Cramer: "Sicherheitssysteme sind kein Privileg von Premiummodellen mehr"

"Sicherheit für alle" - so fasst die Division Chassis & Safety der Continental AG ihr Ziel zusammen, moderne Sicherheitstechnologien in allen Fahrzeugklassen realisierbar zu machen. Bedeutung gewinne dieser Ansatz vor allem im Kontext der wirtschaftlichen Anspannung, die die Nachfrage nach Klein- und Kompaktfahrzeugen ansteigen lasse. Gleichzeitig würden die preissensitiven Märkte in Osteuropa und Asien in den nächsten Jahren die höchsten Zuwachsraten verzeichnen. "Wir wollen uns nicht nur auf das Premium-Segment konzentrieren, sondern wir müssen mit großem Engagement Sicherheitstechnologien bezahlbar machen und ihren Nutzen herausstellen", betonte Dr. Ralf Cramer, Geschäftsleiter der Division Chassis & Safety, bei einem Fach-Pressegespräch in Frankfurt am 21. April 2009. Continental sieht daher jetzt einen idealen Zeitpunkt, die Vermarktung von Sicherheitssystemen in kleineren Baureihen voranzutreiben.

Der Schlüssel zur "Sicherheit für alle" liegt in der Kombination aus Vernetzung von sicherheitsrelevanten Komponenten und Funktionen, Skalierbarkeit von Sicherheitstechnologien und geringeren Kosten. So könnten beispielsweise mithilfe der elektronischen Stabilitätsregelung ESC, die ab November 2011 in allen neuen Fahrzeugtypen in Europa vorgeschrieben ist, bereits viele Fahrdynamik-Regelfunktionen realisiert werden. Durch die Vernetzung mit anderen Systemen werde ESC zu einem Fahrwerksrechner, wenn es zum Beispiel direkt in die elektrisch unterstützte Lenkung EPS (Electric Power Steering) eingreifen kann.

Um die Leistungsfähigkeit der zunehmend komplexen Fahrzeug-Architektur zu erhalten oder gar zu steigern, setzt Continental auf die Zusammenführung von Steuergeräten. So zeigt das Unternehmen mit der zweiten Generation des "Chassis und Safety Controller" ein zentrales Steuergerät, das die Datenarchitektur im Fahrzeug entlasten und Sicherheitstechnologien durch Bündelung und Auswertung aller Daten aufeinander abstimmen kann. Er sei problemlos an die Modellgrößen und die Anforderungen des Herstellers anzupassen.

Ein weitere Beispiel ist die Integration der Fahrdynamiksensorik (Längsbeschleunigungs- und Gierratensensor) in das Airbag- oder ESP-Steuergerät. In das Airbag-Steuergerät kann zudem die körperschallbasierte "Crash Impact Sound Sensing"-Technik eingegliedert werden. Das kompaktere System spart somit durch die geringere Anzahl an Gehäusen sowie an Kabel- und Steckerverbindungen. Als weitere Benefit erhöhe sich die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems.

Um auch im Bereich der passiven Sicherheit die Kosten gering zu halten, hat Continental das kostenoptimierte, skalierbare Airbag-Steuergerät SPEED (Safety Platform for Efficient & Economical Design) entwickelt. Die modular aufgebaute Airbag-Steuerung genügt laut Hersteller in jeder ihrer drei Ausführungsstufen höchsten Sicherheitsstandards und ist durch ihre Skalierbarkeit an die verschiedenen Fahrzeughersteller- und Marktanforderungen flexibel anpassbar.

Wie weit diese Skalierbarkeit gehen kann zeigt die neue elektronische Bremssystemgeneration MK100, die Continental 2011 auf den Markt bringen will. Sie basiert auf einer modularen Produktfamilie und lässt sich je nach Anforderungen beliebig auslegen: Laut Hersteller ermöglicht es sowohl Motorrad-ABS mit oder ohne Integralbremsfunktion, als auch anspruchsvolle ESC-High-End-Lösungen sowie Sicherheits- und Assistenzfunktionen. Dazu zählen der Überschlagschutz (ARP, Active Rollover Protection), das Stabilisierungssystem für Anhänger (TSA, Trailer Stability Assist), der Berganfahrassistent (HSA, Hill Start Assist) und der intelligente Abstandsregeltempomat (ACC).

Die umfassende Integration und Koordination aktiver und passiver Sicherheitssysteme bildet bei Continental "ContiGuard" ab. Die drei Funktionscluster Fahrerassistenzsysteme, Fahrwerksteuerung und integrierter Insassenschutz sollen den bestmöglichen Schutz in jeder Fahr- und Verkehrssituation bieten. "Wir können Sicherheitskomponenten miteinander vernetzen und sie so noch wirksamer machen" erklärt Dr. Peter Rieth, Senior Vice President Systems & Technology der Division Chassis & Safety. Der modulare, skalierbare Ansatz von ContiGuard mache - ganz im Sinne des "Sicherheit für alle"-Gedankens - Sicherheitssysteme weltweit verfügbar.
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Autor(en): Caterina Schröder
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