23.04.2009

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AMULETT - wie Car-2-X-Kommunikation Fußgänger schützen kann

Ein Kind springt unerwartet zwischen zwei parkenden Fahrzeugen auf die Fahrbahn - um solche Szenarien zu entschärfen, hat die BMW Group Forschung und Technik in Zusammenarbeit mit führenden Forschungseinrichtungen in Deutschland ein Car-2-X-Kommunikation-System entwickelt. Im Forschungsprojekt AMULETT ("Aktive mobile Unfallvermeidung und Unfallfolgenminderung durch kooperative Erfassungs- und Trackingtechnologie") kommuniziert das Fahrzeug mit einem aktiven RFID-ähnlichen Funktransponder, den beispielsweise ein Fußgänger zu seinem Schutz bei sich trägt - etwa in einer Schultasche, einem Mobiltelefon oder einem Gehstock integriert. Durch kooperative Sensorik zwischen dem Auto und dem Transponder können so auch verdeckte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden.

Im Detail funktioniert das wie folgt: Der Transponder sendet auf den Abfrageimpuls des Fahrzeugs hin eine Identifikationsnachricht. Damit ist eine Positionsbestimmung möglich, und die Identifizierung als verletzlicher Verkehrsteilnehmer. Das funktioniert auch, wenn der Träger für den Autofahrer im Moment der Gefahrensituation nicht sichtbar ist, weil dieser beispielsweise hinter einem parkenden Auto oder einer Hecke steht. Das Amulett identifiziert sich über einen Code, der häufig und zufällig gewechselt wird, um eine Zuordnung des Senders zum Träger unmöglich zu machen. "So können wir die Anonymität des Nutzers gewährleisten und die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes einhalten, ohne die Prädiktion der Sensordaten zu gefährden", sagt Dr. Ralph Raßhofer, Projektleiter von AMULETT bei der BMW Group Forschung und Technik.

Die elektromagnetischen Wellen werden vom Versuchsfahrzeug durch ein Mehrfachantennensystem in einer Frequenz um 2,4GHz erkannt, wobei Einfallsrichtung und Identifikation durch eine Signalverarbeitungseinheit bestimmt werden. Aus der Signallaufzeit zwischen Abfrageimpuls des Fahrzeugs und Antwort des Transponders wird die Entfernung von Fußgänger und Fahrzeug berechnet - im Prinzip wie beim Echolot. Ermittelt das System aus den Informationen eine drohende Kollision, wird der Fahrer gewarnt. Reagiert dieser nicht, können im Fahrzeug weitere Maßnahmen zur Unfallvermeidung oder Unfallfolgenminderung ausgelöst werden - in letzter Konsequenz wird in Zukunft eine Gefahrenbremsung eingeleitet.

Weitere Forschungsarbeit bedarf es, um Fehlmeldungen (z.B. bei AMULETT-Trägern, die in einem Auto sitzen) auszuschließen und das Systems beim Umgang mit vielen Trägern - Stichwort: Stadtverkehr - zu evaluieren.

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie förderte die dreijährigen Forschungsarbeiten, an denen neben der BMW Forschung und Technik GmbH die Continental Safety Engineering International GmbH, das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), das Fachgebiet Höchstfrequenztechnik der Technischen Universität München sowie die Zentec GmbH beteiligt sind. Das Projekt AMULETT wird am 6. Mai 2009 im Rahmen der SafetyWeek in Aschaffenburg vorgestellt.
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Autor(en): Caterina Schröder
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