06.05.2009

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Hightech-Strategie-Tagung: "Wir werden mit neuen Produkten aus der Krise herauskommen"

"Neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze, Wohlstand und Schutz der Umwelt sind nur mit Innovationen zu erreichen", erklärt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentrum, auf der BMBF-Tagung zur Hightech-Strategie. "Wir sollten jedoch gerade deshalb nicht zu kurzfristig denken, sondern auch verstärkt in Grundlagenforschung investieren, denn wirkliche Innovationen kommen häufig aus unerwarteten Richtungen."

Gerade innovative Leichtbaumaterialien, Lösungen für Elektroautos sowie Konzepte der Lärm und Abgasminderung im Straßen- wie im Flugverkehr müssen gezielt gefördert werden, da Länder wie Deutschland etwa 30 Prozent der Primärenergie für Mobilität verbrauchen - Tendenz wachsend. Weitere Handlungsfelder sind Kommunikationstechnik, intelligente Verkehrslenkungssysteme sowie neue Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr, um Verkehrsflüsse zu reduzieren und effizienter zu lenken.

Rund 400 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren heute, 6. Mai 2009, auf der BMBF-Tagung zur Hightech-Strategie in Berlin, welche Zukunftspotenziale neue Technologien besitzen, um wirtschaftliches Wachstum mit Klimaschutz und effizienter Nutzung der knappen Ressourcen zu vereinen. Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan eröffnete die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) organisierte Konferenz in Berlin und stellte ihren Acht-Punkte-Plan vor: Die Stärkung des Bildungssystems, die Mitwirkung an einer europäischen Innovationsstrategie, Innovationsförderung für Ostdeutschland, ein Innovationsfreundliches Steuersystem, die Zuwanderung von Fachkräften und die Wissenschaftsfreiheitsinitiative - sie soll Hochschulen und Forschungsorganisationen im internationalen Wettbewerb den notwendigen Gestaltungsspielraum geben. Ebenso fordert Schavan die Weiterentwicklung der Hightech-Strategie sowie die Verstetigung der drei Pakte für Forschung und Innovation, der Hochschulpakt und die Exzellenzinitiative.

Nach Begrüßung durch die Bundesforschungsministerin und Redebeiträgen durch Siemens-Chef Peter Löscher, dem britischen Wissenschaftsminister Lord Paul Drayson und Videobotschaften des amerikanischen Energieministers Steven Chu und der französischen Wissenschaftsministerin Valérie Pécresse stellte Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, die Empfehlungen der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft für die neue Runde der Hightech-Strategie vor. Die Empfehlungen sollen zeigen, mit welchen Maßnahmen Deutschland seinen Spitzenplatz im globalen Wettbewerb sichern kann.

"Innovationen sind die beste Antwort auf die Krise, denn sie fördern neues Wachstum", betont Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft auf der Konferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF zur Innovationspolitik. "Wir werden nicht mit denselben Produkten aus der Krise herauskommen, wie die, mit denen wir hineingegangen sind", Bullinger bei der Präsentation des Perspektivenpapiers. "Wir müssen jetzt die Weichen stellen. Denn wenn Deutschland die Nase vorn hat und auf den Ausbau neuer Technologien setzt, kann es gestärkt aus der Krise hervorgehen." Dabei sei Deutschland im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt - auch dank der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Die "Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft", ein Gremium aus führenden Wissenschaftlern und Unternehmern, hat die Hightech-Strategie seit dem Start vor drei Jahren mit gestaltet. Vorsitzende der Forschungsunion sind Dr. Arend Oetker, Unternehmer und Präsident des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, und Prof. Hans-Jörg Bullinger.

Der Bericht mit dem Titel: "Woher das neue Wachstum kommt - Innovationspolitische Impulse für ein starkes Deutschland in der Welt" fordert eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Dazu schlägt die Forschungsunion konkrete Handlungsstrategien für die fünf zentrale Themenfelder Gesundheit, Energie, Sicherheit, Mobilität und Kommunikation vor.

Demnach gehört es zu den grundlegenden Voraussetzungen für neues Wachstum und Innovation, die Forschung auf hohem Niveau zu sichern und Schlüsseltechnologien wie Produktions-, Nano-, Bio-, Mikro-, Werkstoff- und optische Technologien weiterzuentwickeln. Forschungseinrichtungen und Unternehmen sollen verstärkt kooperieren, bürokratische Hürden abgebaut und ein innovationsfreundliches Steuersystem gestaltet werden, damit Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Dazu müssen auch die Forschungsinvestitionen weiter ausgebaut werden. Als bedeutendes Hindernis auf dem Weg zu neuen Produkten bewerten die Experten den Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Hier seien große Anstrengungen notwendig, um die schulische und universitäre Bildung zu verbessern und junge Menschen für technische Berufe zu begeistern. Die Experten raten, auch die Einstellung von qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland zu fördern. Wichtig sei weiterhin die Forschungspolitik in Europa mitzugestalten und bei der Konzeption des achten Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union mitzuwirken.

Das Resümee des Gremiums über die vergangenen Jahre fällt positiv aus. Demnach sind die Investitionen durch Staat und Unternehmen in Forschung und Entwicklung kontinuierlich gestiegen. Wirtschaft und Wissenschaft haben ihre strategische Zusammenarbeit ausgebaut und die Rahmenbedingungen für technologische Entwicklungen verbessert, um Forschern mehr Freiräume zur Verwirklichung ihrer Ideen zu geben. Die Mitglieder der Forschungsunion sind zudem überzeugt, dass Deutschland auf den wichtigsten Zukunftsmärkten einen Spitzenplatz einnehmen kann.
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Autor(en): Caterina Schröder
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