15.05.2009

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Mobilfunk für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Die Partner des im Rahmen der Forschungsinitiative "Aktiv" ins Leben gerufenen Projekts "Cooperative Cars (CoCar)" haben am auf dem MAN-Testgelände in München die Ergebnisse ihrer zweieinhalbjährigen Forschungsarbeiten präsentiert. Bei dem Projekt geht es um den Einsatz von Mobilfunktechnologien für kooperative Fahrzeuganwendungen, die eine optimale Abstimmung zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmern auf die Umgebungsbedingungen ermöglichen sollen. Damit ließe sich der Verkehr auf den Straßen sicherer und effizienter gestalten. Die technische Basis für entsprechende Systeme bilden Mobilfunknetze der 3. Generation (UMTS/HSPA), über die die Fahrzeuge automatisch alle relevanten Informationen austauschen.

Das Projekt Cooperative Cars (CoCar) umfasst ein Investitionsvolumen von rund 4 Millionen Euro und wurde unter der Projektleitung der Ericsson GmbH durchgeführt. Weitere Partner an diesem Forschungsprojekt waren die Daimler AG, die MAN Nutzfahrzeuge AG, Vodafone Group R&D Germany und die Volkswagen AG. Forschungsbeiträge lieferten die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen sowie die Universität Bremen und die Universität Erlangen-Nürnberg. Unterstützt wurde das Projekt mit einem Förderbeitrag von rund 2 Millionen Euro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Auf dem MAN-Testgelände in München demonstrierte das Projektteam mehrere Verkehrssituationen, die ein hohes Gefahrenpotential für Verkehrsteilnehmer darstellen. Dazu waren auf der Versuchsstrecke Testfahrzeuge von Daimler, MAN und Volkswagen unterwegs, die Informationen automatisch über das Vodafone-Netz und über Ericsson Technik austauschten. Vor Ort war außerdem eine Verkehrsüberwachungszentrale aufgebaut. Von ihr aus wurden Aktionen wie das Umleiten des Verkehrs aufgrund einer Vollsperrung initiiert. Das System zeigt dem Fahrer relevante Informationen in Echtzeit. Der Versand der Alarmmeldungen erfolgte über die Ericsson UMTS/HSPA-Mobilfunktechnik im Netz von Vodafone. Die Anzeige der Warnmeldungen erfolgte über ein Display im Fahrzeugcockpit, wobei zum Empfang aber auch handelsübliche Handys oder Navigationsgeräte verwendet werden könnten.

Ein Ziel des Projektes Cooperative Cars sei es, die Eignung heutiger Mobilfunksysteme für entsprechende Fahrzeuganwendungen zu untersuchen. Dabei ging es insbesondere auch um eine ausreichende Leistungsfähigkeit der Netze und um wirtschaftliche Aspekte dieser Lösung. Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen weisen mobilfunkbasierte Lösungen folgende Vorteile auf: Zunächst sind die entsprechenden Netze in weiten Teilen Europas nahezu flächendeckend verfügbar. Durch zellulare Broadcast Technologien könnten außerdem ausreichende Netzkapazitäten nutzbar gemacht werden. So können durch den Einsatz der MBMS-Technik (Multimedia Broadcast Multicast Service) die Daten auch bei lokalen Verkehrsspitzen ohne Probleme an Tausende von Nutzern gleichzeitig übertragen werden. Bei umfassende Simulationen kam es dabei trotz hohem Datenaufkommen zu keinen Verzögerungen.

Das Forschungsprojekt hat nicht nur die technische Machbarkeit der Lösung untersucht, sondern auch Markteinführungsstudien durchgeführt. Die erarbeitete Lösung sei dabei zur schrittweisen Einführung geeignet; sie solle also auch Bestandsfahrzeuge nicht ausschließen. Dass alle Fahrzeuge mit entsprechenden Lösungen ausgerüstet sind, sei für die flächendeckende Einführung nicht erforderlich. Die im UMTS/HSPA-Netz getestete Lösung soll auch in heutigen EDGE-Netzten sowie in den zukünftigen Netzen der 4.Generation (Long Term Evolution, LTE) funktionieren. Sie ließe sich mit der geplanten Einführung von neuen mobilfunkbasierten Diensten wie dem automatischen Notruf (eCall) kombinieren.

Es sei beabsichtigt, das durch das Forschungsprojekt CoCar eröffnete Innovationspotential in einem Folgeprojekt weiterzutreiben. Dabei sollen unter anderem Mobilfunktechnologien der 4. Generation (LTE), und die Einbeziehung von direkten WLAN-basierten Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationslösungen untersucht werden.
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Autor(en): Ruben Danisch
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