02.06.2009

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Insolvenz von General Motors in den USA - GM Europe baut auf Magna

Am Montag, 1. Juni 2009, verkündete US-Präsident Barrack Obama im Weißen Haus die Insolvenz von General Motors (GM). 59,5 Milliarden US-Dollar soll es kosten, den vormals größten Automobilherstellers der Welt vor dem kompletten Zusammenbruch zu bewahren. 30,1 Milliarden US-Dollar sollen in den Aufbau des neuen GM-Unternehmens ("New GM") fließen. Mit den bisher geleisteten Zahlungen von 19,4 Milliarden US-Dollar konnte somit der Zeitpunkt der Insolvenz nur nach hinten verschoben werden.

Die Strategie bei der GM-Insolvenz folgt offenbar dem Beispiel der Insolvenz von Chrysler, Amerikas Nummer drei im Automarkt. Der Plan wird von der US-Administration, großen Gläubigern, den Regierungen von Kanada und Ontario sowie von den Gewerkschaften getragen. Bei den Verhandlungen wurden einzelne Gläubiger, die zusammen etwa 46 Prozent der Schulden von GM ausmachen, nicht berücksichtigt. Aus dem Kreis dieser Betroffenen wird mit Widerstand vor den Gerichten gerechnet.

New GM wird zu 60 Prozent der US-Regierung und zu 12,5 Prozent der kanadischen Regierung gehören. Die Gewerkschaft United Auto-Workers (UAW) erhält einen Anteil von 17,5 Prozent, der um 2,5 Prozent aufgestockt werden kann, wenn das neue Unternehmen gut läuft. New GM soll so strukturiert, werden, dass das Unternehmen bei einem US-Automobilmarkt von zehn Millionen Fahrzeugen jährlich rentabel arbeiten kann. Das ist in etwa die Marktgröße, die Experten für dieses Jahr in den USA und Kanada erwarten. Der dafür nicht benötigte Besitz soll verkauft und aus dem Erlös die Schulden bedient werden. Dazu zählt offenbar auch das GM-Hauptquartier im Renaissance-Center in Detroit. Der gesamte Prozess sollte in 60 bis 90 Tagen abgewickelt werden, um den Bankrott zu vermeiden. Der Umbau selbst kann Jahre in Anspruch nehmen.

Die geordnete Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts betrifft 235.000 Mitarbeiter sowie die Pensionen und die Gesundheitsleistungen für insgesamt 493.000 ehemalige Mitarbeiter in den USA. UAW hat zugestimmt, dass sie sich alle auf geringere Leistungen einstellen müssen. Klar ist zur Zeit außerdem, dass in Nordamerika 14 GM-Werke geschlossen werden, in denen insgesamt 21.000 Menschen beschäftigt sind.

Die Insolvenz markiert den Tiefpunkt in der GM-Geschichte. Jahrzehntelang war GM der größte Automobilhersteller der Welt. Lange Zeit kam jedes zweite in den USA verkaufte Fahrzeug aus einer GM-Fabrik. Heute beträgt der Marktanteil nicht einmal 20 Prozent. Die Ausweitung des Geschäfts auf internationale Märkte schlug fehl; GM muss sich in Europa in Zukunft mit einem Anteil von 35 Prozent an "New Opel" begnügen.

GM Europe stellte gestern gleich klar, dass sie nicht in das gerichtlich beaufsichtigte Verfahren ihrer US-amerikanischen Muttergesellschaft einbezogen ist und ihren Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortsetzt. Darüber hinaus liege eine Zusage der deutschen Regierung für eine Brückenfinanzierung 1,5 Milliarden Euro sowie ein Vorvertrag für eine Partnerschaft mit Magna International Inc. vor.

Gemäß der Vereinbarung werden die Vermögensgegenstände von Opel/Vauxhall unter dem Dach der Adam Opel GmbH zusammengefasst, wobei die Mehrheit der Anteile an der Adam Opel GmbH in eine unabhängige Treuhandgesellschaft eingebracht werde (die übrigen Anteile verbleiben bei General Motors), während die abschließenden Verhandlungen mit Magna vorangehen würden.
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Autor(en): Peter Schwerdtmann / www.auto-reporter.net
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