04.06.2009

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Universität Hannover: Querlenker speichert Belastungen und gibt sie aus

Grünes Licht von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG): Der Sonderforschungsbereich "Gentelligente Bauteile im Lebenszyklus" (SFB 653) wird für weitere vier Jahre mit insgesamt mehr als neun Millionen Euro gefördert. "Die Begutachtung durch die DFG im Februar verlief wirklich exzellent", sagte Prof. Berend Denkena am 19. Mai 2009, Sprecher des SFB und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen am Produktionstechnischen Zentrums PZH der Leibniz-Universität Hannover, "aber jetzt schwarz auf weiß die Zusage zu haben, ist natürlich toll."

Um die Idee hinter der Grundlagenforschung greifbarer zu machen, nennen die Forscher ein Beispiel aus dem Fahrzeugbau. "Stellen Sie sich den Querlenker in einem Automobil vor", forderte Leif-Erik Lorenzen (Bild) auf, der Geschäftsführer des SFB. "Wir fertigen ihn aus Standardblech, drücken eine kleine Delle hinein, und schon speichert der Querlenker allein durch die Materialeigenschaften an dieser Delle die Belastungen, denen er beim Fahren ausgesetzt ist. Eine mögliche Überlastung kann er sehr einfach mitteilen: Man hält einfach ein Wirbelstrommessgerät daran." Diese Idee sei einfach, sie funktioniere, sei allerdings noch nicht im Fahrzeug angekommen. Eben ein "gentelligentes" Bauteil - es "gen"eriert auf in"telligente" Weise seine Diagnosedaten zur Lebensdauer selbst.

"Leuchttürme unter den Antragstellern", eine "internationale Spitzenstellung" bei einem "hochinteressanten Gesamtthema" und eine "weitsichtige Vision, die 10 bis 20 Jahre in die Zukunft reicht", hatten die Gutachter der DFG nach zwei Tagen eingehender Prüfung den etwa 35 Beteiligten des Sonderforschungsbereichs bescheinigt. Deren Vision hört sich tatsächlich erst mal phantastisch an: Das gentelligente Bauteil, das Ziel der Forscher, soll ein wissendes, fühlendes, sich anpassendes und kommunizierendes Bauteil sein. Dazu sollen die Bauteile zwei Prinzipien der Natur - Vererbung und lebenslanges Lernen - nutzen.

Das PZH ist 2004 aus der Idee der Leibniz-Universität Hannover entstanden, Hochschulforschung, Industrie und Unternehmen der Produktionstechnik zusammenzusammenzubringen. So haben sich jene sechs Institute der Fakultät für Maschinenbau, die sich mit Produktionstechnik und Logistik beschäftigen, gemeinsam mit der PZH GmbH und zahlreichen Unternehmen zum Produktionstechnischen Zentrum Hannover zusammengeschlossen. Die GmbH als Universitätstochter übernimmt neben der Verwaltung des neuen Zentrums in Garbsen zahlreiche Aufgaben im Bereich Technologietransfer und Gründerberatung. Zurzeit arbeiten im PZH etwa 450 (Ingenieur-)Wissenschaftler, Techniker und Verwaltungsangestellte; außerdem rund 400 studentische Hilfskräfte. Das PZH ist eine Lehr- und Forschungsstätte, in der Grundlagen- und industrielle Auftragsforschung gleichermaßen auf höchstem, internationalem Niveau betrieben werden. Seit 2004 hat das PZH mehr als 85 Millionen Euro Drittmittel eingeworben.
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Autor(en): Michael Reichenbach
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