"Green Carbody Technologies" will 50 Prozent Energie in der Produktion einsparen
Mehr als 60 Unternehmen starten die Innovationsallianz "Green Carbody Technologies", die neue Technologien, Verfahrensabläufe und Werkzeuge für die Karosseriefertigung erarbeiten und in die industrielle Praxis umsetzen will. Ziel sei es, bis zu 50 Prozent Energie im Produktionsprozess einzusparen.
Denn, so betont das Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU), das Auto verbraucht nicht nur Energie, wenn es fährt, sondern einen erheblichen Anteil bereits in der Produktion. "Bei der Herstellung fallen etwa 20 Prozent der Energie an, die ein Fahrzeug während seines Lebenszyklus verursacht. Diesen Wert möchten wir in der Innovationsallianz halbieren", erklärt Prof. Reimund Neugebauer, Sprecher der Allianz und Leiter des Fraunhofer IWU. Bei der Herstellung von Karosserieteilen beispielsweise soll so wenig Ausschuss wie möglich anfallen. Gemeinsam mit der Volkswagen AG koordiniert das IWU den Zusammenschluss von Automobilherstellern, Ausrüstern und Zulieferern. Die Fraunhofer-Institute für Produktionsanlagen- und Konstruktionstechnik (IPK) und für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) bringen ebenfalls ihr Know-how ein.
Um Einsparmöglichkeiten zu ermitteln betrachten die Forscher die gesamte Prozesskette. So erfassen sie mit Hilfe neuartiger Planungswerkzeuge eine Vielzahl von Herstellungsschritten und Verfahren, um die Prozesse effizient aufeinander abstimmen zu können. Die Partner arbeiten in fünf Verbundprojekten: an der Planung der Niedrigenergie-Produktion, an ressourcensparenden Umformprozessen und energieeffizienter Anlagentechnik, an ressourceneffizientem Werkzeugbau sowie Karosseriebau und Lackierung.
Für die Projekte der Innovationsallianz ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen. Das Forschungsvolumen der beteiligten Unternehmen beträgt insgesamt circa 100 Millionen Euro. Davon werden 30 Millionen in gemeinsame Verbundprojekte investiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF unterstützt die Initiative mit 15 Millionen Euro.
"Die Innovationsallianz 'Green Carbody Technologies' ist eine langfristig angelegte Partnerschaft. Im Netzwerk entwickeln große, kleine und mittelständische Unternehmen effiziente Technologien und neuartige Produkte. Diese Innovationen sind die grundlegende Voraussetzung für den Erfolg am Standort Deutschland", erklärt Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Dabei sieht Bullinger den wichtigsten Hebel zur Erhöhung des Innovationstempos in der Vernetzung. "Wie sehr Vernetzung mit der Steigerung von Innovationen zusammenhängt und zu höheren Wachstumsraten führt, haben wir in mehreren Untersuchungen nachgewiesen. Die Auswertung der Daten von mehr als 1600 Unternehmen in Europa ergab: Die am schnellsten und profitabelsten wachsenden Unternehmen binden Partner über den gesamten Innovationsprozess hinweg eng ein." Metadaten anzeigen:Autor |
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