30.06.2009

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Team "Spherical" der FH Wiesbaden gewinnt die "Ferchau-Challenge 1.0"

Vom 5. bis 7. Juni 2009 kürte die Ferchau Engineering GmbH die Gewinner des Entwicklungswettbewerbs "Ferchau-Challenge 1.0" für Studenten auf Korsika. Bereits im April 2008 hatte der Dienstleister den Wettbewerb offiziell unter dem Motto "Mobil mit Energien der Zukunft" ins Leben gerufen. Studententeams aus ganz Deutschland haben sich beworben, elf qualifizierten sich für das Finale und entwickelten unbemannte Objekte, die sich durch Wasser, Wind, Sonne und/oder Elektrik angetrieben auf unterschiedlichsten Bodenbegebenheiten fortbewegen können.

Den 1. Platz und damit 7.500 Euro gewann das Projekt "Kugelfahrzeug mit mobiler Ladestation" der Fachhochschule Wiesbaden. Mentorin des Teams, Prof. Dr. Konstanze Ansbach, und die vier Studenten aus dem Rhein-Main-Gebiet - Paul Fürstmann, Jens Hartl, André Müller und Tolga Yildirimli, Teamleiter - überzeugten durch ein Fahrzeug mit kugelförmiger Karosserie, das durch einen Elektromotor angetrieben wird. Die Fortbewegung des Kugelfahrzeugs erfolgt durch die Verlagerung des Kugelschwerpunkts. Zur Realisierung wird ein im Inneren des Fahrzeugs auf einer "Schaukel" befestigtes Steuergewicht nach vorne oder zur Seite ausgelenkt.

Zur Energiegewinnung dient eine Ladestation, die auf Solarthermie und Windkraft setzt. Die Station erzeugt über Thermogeneratoren und einen Savonius-Rotor Strom. Dieser wird innerhalb der Station zwischengespeichert. Beide Teilsysteme arbeiten unabhängig voneinander und speisen Strom in den Zwischenspeicher. Bei Bedarf kann der Akku des Kugelfahrzeugs an der Ladestation innerhalb einer Stunde vollständig geladen werden. Maximale Geschwindigkeit des Kugelfahrzeugs: 22 km/h. Die Jury überzeugte der einfacher physikalischer Grundgedanke. Zudem besitze das Kugelfahrzeug eine enorme Wendigkeit, der Reibungswiderstand ist minimal, die Raumausnutzung optimal.

Das Team "LASIS" der Ohm-Hochschule Nürnberg und der Technischen Universität München belegte unter Teamleiter Marcus Wetzel den 2. Platz und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Bei ihrem universellen Landsegler setzen die Studenten auf Windkraft als ökologischer Hauptantrieb. Die Besonderheit des Landseglers ist die automatisierte Ausrichtung des Segels. Hierzu wird die Windrichtung und -geschwindigkeit mit Hilfe eines Ultraschallanemometers bestimmt. Ein Mikrocontroller errechnet aus den Daten des Windmessers die optimale Segelstellung und sendet daraufhin Steuerbefehle an die Segelwinde. Um LASIS auch bei Windstille oder auf schwierigem Gelände, wie Steigungen, Sand oder Wasser, zu bewegen, lassen sich kurzfristig zwei solarbetriebene Luftschrauben zuschalten, wodurch der benötigte Vortrieb erreicht werden soll. Der Einsatz des Landseglers ist unter anderem auf Asphalt und Sand sowie bei Austausch der Räder gegen Schwimmkörper oder Kufen auch im Wasser und auf Eis möglich.

Mit 2.500 Euro und dem 3. Platz wurde das Engagement des Teams "Rat der Maschinenbauer" um Gruppenleiter Stefan Steinbach für das Projekt "Solis" - ein ferngesteuerter achtbeiniger Laufroboter - der Technischen Universität Hamburg-Harburg und der FH Lübeck belohnt.

Das Bewegungskonzept von Solis basiert auf der Laufmechanik des "Strandbeest", einer kinetischen Skulptur des niederländischen Physikers und Künstlers Theo Jansen. Elektromotoren treiben die Beine des Laufroboters über zwei getrennte Kurbelwellen an, wodurch das Lenken über unterschiedliche Drehzahlen ermöglicht wird. Zum Betrieb des Objektes werden zwei unabhängige Energiequellen eingesetzt: ein Solarpanel (Basisstation) sowie eine Horizontalachsen-Windkraftanlage (auf dem Objekt). Die Zwischenspeicherung der Energie erfolgt in einem Akku. Gesteuert wird der Laufroboter via Funk.
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Autor(en): Caterina Schröder
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