30.09.2009
EHPV (engineering hours per vehicle) als Maßzahl für die Montagefähigkeit neuer Fahrzeuge – Vorgehensweise und Werkzeuge zur Ermittlung
Vortrag bei Zukunft AutomobilMontage 2009
ATZ / MTZ-Konferenz - Automobilmontage
Referent(in): Josef Kilga, Deutsche MTM-Gesellschaft, Industrie- und Wirtschaftsberatung GmbH
In den vergangenen Jahren wurden durch fortlaufende Optimierungen in der Produktion beachtliche Produktivitätssteigerungen durch die Reduzierung von Verschwendung erzielt. Die Erfahrung zeigt, dass in Zukunft wesentlich weiter vorne, d. h. bei der Entstehung der Produkte auf eine montage-freundliche und verschwendungsarme Montage geachtet werden muss. Ist das Produkt bereits in der Produktion, ist es meist zu späht für konstruktive Änderungen.
Die Begriffe HPV, EHPV und MV stammen von der Harbour Consulting die mehr als 50 Automobil-werke auf Produktivität untersucht haben. In diesen Studien wurden alle Teilbereiche wie z. B.: La-ckieranlage, Motorenbau, Endmontage usw.) und alle Mitarbeiter ob im Büro oder am Fließband tätig sind einbezogen.
EHPV hat sich weltweit zu einer anerkannten Lean-Manufacturing Kennzahl entwickelt (jährlicher Harbour Report)
– HPV (Hour Per Vehicle, Arbeitsstunden pro Fahrzeug)
Ist eine Personalproduktivitätskennzahl und beinhaltet alle Arbeitsstunden der direkten und indi-rekten Werker und Angestellten eines Werkes zu den gebauten Fahrzeugen
– EHPV (Engineered Hours Per Vehicle)
EHPV misst den konstruktivbedingten Arbeitsinhalt eines Fahrzeuges
– MV (Manufacturing Variable)
MV misst den nicht konstruktiv bedingten Arbeitsinhalt eines Fahrzeugs
Wie passt Prokon in diese neue Begriffswelt?
Mit Prokon (Produktionsgerechte Konstruktion) betrachten wir den sogenannten Primärteil (EHPV) einer Montage um Montagevorgänge im Produktentstehungsprozess montagegerecht zu gestalten.
Wir betrachten und analysieren jene Bestandteile der EHPV, welche wir mit der Methode Prokon in der Entwicklungsphase bewerten und entsprechend für die spätere Montage optimieren.
Die Projekte, welche zur Aufgabe haben den EHPV-Anteil zu bewerten und optimieren zeigen, dass die Methode genau in diese Begriffswelt passt und in der Entwicklung zu einem wichtigen Instrument bzw. Maßstab geworden ist.
Resumee:
Rechtzeitiger Einsatz von ProKon in interdisziplinären Simultaneous Engineering Teams können von Anfang an Fragen der:
– Entwicklung
– Fertigung und Logistik
– Einkaufs und Qualitätsmanagement
aus einem gesamthaften Blickwinkel Berücksichtigung finden.
Die Flexibilität im Produktionsablauf ist erreichbar durch
– einfache
– klar strukturierte Prozesse ohne aufwändige Vollautomatisierung
Dieses Ziel wird nur dann erreicht, wenn von Anfang an die Produkte und Prozesse vor Anlauf in der Entstehungsfase „montagegerecht gestaltet“ werden.
Nach dem Motto „von Anfang an richtig“.
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