30.09.2009
Einsparungspotenziale durch digitale Planung und Absicherung von automatisierten Montageanlagen
Vortrag bei Zukunft AutomobilMontage 2009
ATZ / MTZ-Konferenz - Automobilmontage
Effiziente Planungssysteme
Referent(in): Dr. Wolfgang Schlögl, Siemens AG
Die Automatisierung spielt auch in der Automobilmontage eine zentrale Rolle, da ihre Verfügbarkeit wesentlich zum Erreichen der vorgesehenen Ausbringung an Fahrzeugen beiträgt. Effiziente Planung und Absicherung der Automatisierungstechnik müssen sowohl bei der Neuplanung von Anlagen erfolgen als auch bei Umbauten, bei denen die Automatisierung oft den kritischen Pfad bezüglich einer möglichst kurzen Umbaudauer festlegt. Neue Methoden und Software-Werkzeuge helfen hier beim Erreichen anspruchsvoller Kostenziele und bei der Absicherung der Planungsergebnisse. Dies betrifft alle automatisierten Anlagen in der Montage, sowohl die verbindende Fördertechnik als auch die Mechanisierungszellen.
Klassisch werden automatisierte Anlagen in drei Gewerken geplant: Mechanik – Elektrik – Automatisierung. Heute sind diese Gewerke datentechnisch weitgehend getrennt. Die Arbeiten erfolgen sequenziell mit spezialisierten Software-Tools, die wenn überhaupt nur durch unvollständige Software-Schnittstellen verbunden sind. Die Projektstände sind nur schwer zu kontrollieren und das Änderungsmanagement zwischen den Beteiligten birgt Risiken der Unvollständigkeit und Fehleranfälligkeit beim Datenabgleich. Aktuelle Ansätze verfolgen dagegen das Konzept eines ganzheitlichen Engineerings, bei dem die gemeinsamen Daten der verschiedenen Gewerke zentral gespeichert werden und so Redundanz und fehlerbehafteter Datenaustausch vermieden werden können. So wird zunächst die Durchgängigkeitslücke zwischen Mechanik und Automatisierungstechnik geschlossen. Weiterhin ermöglichen die neuen Software-Werkzeuge, die auf der gemeinsamen Datenbasis arbeiten, ein funktionales Engineering, das Einsparungen bei der Erstellung der Schaltpläne und der Automatisierungssoftware ermöglicht. Dabei werden die Daten für die jeweiligen Zielsysteme aus zuvor erstellen Vorlagen weitgehend automatisch generiert.
Weitere Vorteile bietet die sogenannte virtuelle Inbetriebnahme für eine umfassende Absicherung der Planungsergebnisse. Die virtuelle Inbetriebnahme kann ebenfalls nahtlos in den Engineering-Prozess eingebunden werden und ermöglicht so eine Überprüfung der geplanten Anlagenfunktionsfähigkeit noch im Büro. Dies wird zukünftig auch Umbauten noch schneller und sicherer machen, da die bestehende Anlage und die neuen Anlagenteile zusammen überprüft werden und nach Aufbau und kurzer realer Inbetriebnahme direkt fehlerfrei mit hoher Stückzahl angefahren werden können.
Um diese Möglichkeiten zur Einsparung und Absicherung nutzen zu können, muss in Standardisierung und in neue Engineering-Prozesse investiert werden. Sind jedoch die ersten Hürden genommen, versprechen ganzheitliches, funktionales Engineering und virtuelle Inbetriebnahme eine neue Qualität für die Planung und das Engineering.
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