30.09.2009
Adaptives Handling – Ihr Schlüssel zu mehr Produktivität
Vortrag bei Zukunft AutomobilMontage 2009
ATZ / MTZ-Konferenz - Automobilmontage
Automatisierung - Möglichkeiten und Grenzen
Referent(in): Matthias Poguntke MBA, Schunk GmbH & Co. KG
Die Anforderungen an moderne Produktions- und Logistiksysteme steigen stetig. Die fortschreitende Globalisierung und der beschleunigte technologische Fortschritt führen dazu, dass sich Angebote unterschiedlicher Wettbewerber immer weniger differenzieren. Dies hat einen signifikanten Einfluss auf die geforderten Auftragserfüllungszeiten. Kunden sind nicht mehr gewillt längeres Warten zu akzeptieren. Gleichzeitig steigt die geforderte Variantenvielfalt an. Kunden erwarten ganz selbstverständlich, dass Produkte genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen moderne Automationssysteme schnell auf wechselnde Anforderungen reagieren können. Dafür ist eine produktspezifische Lieferkettenstrategie entscheidend. Individualisierte Massenfertigung oder bestellungsspezifische Montagestrategien können helfen Variantenvielfalt und kurzen Lieferzeiten zu verbinden. Die wenigsten Unternehmen können aber eine eigene Fertigungslinie für jedes angebotene Produkt vorhalten. Deshalb muss die Fertigungslinie selbst eine entsprechende Adaptivität besitzen. Einen besonders hohen Stellenwert hat dabei die Handhabung der Güter innerhalb und außerhalb der Linie. Hier kann die Produktivität signifikant gesteigert werden. Adaptive Handlingsysteme können sich schnell, und je nach Konfiguration auch autonom, den unterschiedlichsten Anforderungen anpassen.
Adaptivität ist die Fähigkeit einer Struktur oder eines Systems zur Veränderung und Selbstorganisation. Solche Systeme können sich auf geänderte Anforderungen und Gegebenheiten einer Umwelt einstellen. Das größte Potenzial der Adaptivität liegt in der Erweiterung des Aktionsraumes sowie in der Reduzierung der benötigten Zeit, um unterschiedliche Strategien und Aktionen umzusetzen und durchzuführen. Grundsätzlich ist die Adaptivität bei heute üblichen Handhabungskomponenten gering. Bei herkömmlichen Greifern kann man die Finger wechseln, Handhabungskräfte verstellen oder Endlagen definieren. Konventionelle Systeme bestehen heute meist aus Komponenten wie Lineareinheiten, Greifern oder Schwenkeinheiten. Kombiniert mit einer leistungsfähigen Sensorik und Bildverarbeitung weisen sie bereits ein gewisses Maß an Adaptivität auf. Allerdings ist ihr Aktionsraum auf das Innere des übergeordneten Portals begrenzt.
Erst fahrbare, hybride Systemlösungen bieten maximale Adaptivität. Je nach Bedarf können sie als Einzelsysteme agieren oder sich zu Multisystemen verketten. Durch die integrierte Intelligenz können sie selbstständig entscheiden, welcher Modus angebracht ist. Es ist sogar denkbar, dass sie ohne übergeordnete Steuerung im Sinne einer Schwarmintelligenz agieren. Schon heute bietet das Unternehmen SCHUNK geeignete Lösungen zum Aufbau solcher adaptiven Handlingsysteme an. Ein Baukasten für Robotersysteme ermöglicht die unkomplizierte Konfiguration individueller Manipulatoren. Endeffektoren wie die SCHUNK SDH können eine Vielzahl an möglichen Handhabungsaufgaben bewältigen. Mithilfe des Greifsystems SCHUNK LEG lassen sich speziell in der Intralogistik Produktivitätspotenziale heben.
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