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Absolventen: Zeitbrücke zum ersten Job darf nicht zu lang sein

Der Düsseldorfer Karrierecoach Bernd Andersch erklärt gegenüber den "vdi nachichten", wie schmal der Grat für Hochschulabsolventen zwischen "möglichst schnell den ersten Job" und "nicht den erstbesten Job akzeptieren" ist. Dabei plädiert der Coach für den möglichst lückenlosen Beginn des Beschäftigungsverhältnisses im Anschluss an das Studium - zwischen Hochschulabschluss und erstem Arbeitstag sollten nicht mehr als maximal sechs Monate liegen -, warnt aber vor zu voreiligen Jobeinstiegen. Denn ein übereilter oder unpassender Einstieg sei häufig genauso wenig förderlich für die Karriere und könne später nur mühsam korrigiert werden.

Dauert die Jobsuche länger als sechs Monate, wird das immer dem Kandidaten zugeschrieben, erklärt Andersch. Offensichtlich habe der Absolvent dann seine persönlichen Chancen oder die Arbeitsmarktsituation insgesamt verkehrt eingeschätzt. Zudem ziehen nach einem halben Jahr für die meisten Studienfächer frische Kandidaten in den Arbeitsmarkt ein, "die von den Unternehmen in der Regel bevorzugt werden".

Daher rät der Karriereberater Hochschulabsolventen, sich schon aus dem laufenden Studium heraus intensiv zu bewerben. Dabei gelte es, gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten, viel Flexibilität zu zeigen. " Niemand sollte sich stur auf bestimmte Unternehmensgrößen, Branchen, Funktionen, Regionen und Unternehmen festlegen", erklärt Andersch.

Sollte sich der Einstieg dennoch verzögern, plädiert der Düsseldorfer für "Verzögerungsstrategien", wie Aufbaustudium, Promotion, empirische Abschlussarbeit, Auslandspraktika, -semester oder -studium. Dadurch können sich die Kandidaten ein breiteres Profil für kommende Bewerbungen vorweisen. Ein höherer akademischer Grad könne die Markteintrittschance ebenso verbessern wie Zusatzausbildungen, die auf gefragte Schlüsselqualifikationen abzielen, wie Projektmanagement oder Controlling.

Als weitere Notlösung führt der Coach ein qualifizierendes Praktikum an - vor allem für diejenigen, die keine Möglichkeit zu einer zusätzlichen Ausbildungsmaßnahme haben. Dabei müssen die zukünftigen Arbeitnehmer jedoch davon ausgehen, dass ein Praktikum nach dem Studium zu großem Erklärungsbedarf führe. Als Fehler wird die Aufnahme artfremder Tätigkeiten angesehen. " Der Kandidat entfernt sich mehr und mehr von seinem Fachstudium bis ihm letztlich niemand mehr abnimmt, dass er einen Ingenieurjob ausfüllen kann", erklärt Andersch.


Autor(en): Caterina Schröder
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