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Beim Bewerbungsgespräch Kinder nicht unbedingt erwähnen

Ein Kind zu Hause kann für manchen Arbeitgeber bereits ein Grund sein, eine Bewerberin abzulehnen. Doch Frauen sind keineswegs verpflichtet, dem potenziellen Chef im Lebenslauf oder im Bewerbungsgespräch über ihren Familienstand und die Zahl ihrer Kinder Auskunft zu geben. "Das geht im Prinzip niemanden etwas an", sagte Karriereberaterin Svenja Hofert in Hamburg am Donnerstag in einem Gespräch dem dpa-Themendienst.

Dabei komme es aber immer darauf an, ob das Kind die Flexibilität der berufstätigen Mutter einschränken könnte. "Wenn ich weiß, dass es zu Situationen kommen könnte, die für den Arbeitgeber nachteilig sind, dann muss ich das thematisieren", sagte Hofert. "Anderenfalls könnte es später zu Problemen mit dem Chef kommen." Dies sei beispielsweise dann möglich, wenn im Krankheitsfall des Kindes keine Notbetreuung parat ist und die Mutter zu Hause bleiben müsste. "Wenn ich aber die Betreuung des Kindes perfekt organisiert habe, dann muss das Privatleben im Bewerbungsgespräch kein Thema sein."

Bei der Organisation der Not-Betreuung sollten Frauen ihre Möglichkeiten genau ausloten, empfiehlt Hofert. "Wenn ich nicht die Oma nebenan habe, dann kann ich mir vielleicht ein Netzwerk aus anderen Müttern zusammenstellen oder auch mal die Nachbarin fragen, ob die zur Not einspringt. Da ist Flexibilität gefragt."

Weil Teilzeitstellen in vielen Branchen rar sind, empfiehlt Hofert Müttern, sich auch auf eine Vollzeitstelle zu bewerben - selbst wenn sie weniger arbeiten wollen. "Im Anschreiben sollte das aber nicht erwähnt werden, sonst wird man schon im ersten Gang aussortiert." Das Bewerbungsgespräch biete dann Gelegenheit, nicht nur sich selbst zu präsentieren, sondern möglicherweise doch noch eine kürzere Arbeitszeit auszuhandeln.


Autor(en): dpa
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