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Thema Lebenslauf: Lügen haben kurze Beine!

Ehrlich währt am längsten, auch beim Personalchef! Gutes Selbstmarketing gehört zwar zu den unverzichtbaren Kernkompetenzen bei der Stellensuche. Doch die Vorstellungen der Stellenanbieter, die in puncto Qualifikation schon mal ins Surreale steigen, sollten auch verzweifelte Bewerber nicht zu dichterischen Freiheiten verleiten.

Sicher, die Konkurrenz ist groß, und die Anforderungen an Jobkandidaten werden immer höher. Da können Bewerber leicht auf den Gedanken kommen, gewisse Auszeiten in der eigenen Chronologie zur Projektarbeit umzudefinieren oder mit Fähigkeiten und Kenntnissen zu punkten, die höchstens ansatzweise vorhanden sind. Davon ist dringend abzuraten. Denn wer bei den Angaben in seinem Lebenslauf oder Qualifikationsprofil nicht nur die Fähigkeiten und positiven Stärken hervorhebt, sondern richtiggehend schummelt, fliegt früher oder später damit auf. Wer zum Beispiel "sehr gute Kenntnisse in Russisch" oder "fließend Portugiesisch" angibt, sollte auch einem Vorstellungsgespräch oder zumindest ein paar unerwarteten Fragen in der betreffenden Sprache gewachsen sein. Sonst wird's wahrscheinlich recht schnell peinlich. Und wenn man Pech hat, spricht sich derlei auch noch in der Szene herum. Wie im Fall des viel versprechenden Kandidaten, der seine Arbeitslosigkeit tatsächlich als Projektleitung beim Wettbewerber tarnte - und nicht ins Kalkül zog, dass sich die Personalchefs oder Geschäftsführer einer Branche meist nicht völlig fremd sind und auch schon mal Informationen austauschen.

Außerdem entwickelt jeder einigermaßen kompetente Personalverantwortliche ein gewisses Gespür für Ungereimtheiten und wird, wenn er solche bemerkt, mit Sicherheit nachhaken. Zudem sollte kein Kandidat die Tatsache unterschätzen, dass er die behaupteten Kenntnisse und Fähigkeiten spätestens im Tagesgeschäft einsetzen und beweisen muss. Wer glaubt, er könne sich aufgrund seiner Auffassungsgabe beispielsweise die vorausgesetzte Programmiersprache so nebenbei durch Learning by Doing aneignen, unterschätzt den Zeit- und Leistungsdruck im Arbeitsalltag ganz gewaltig.

Das heißt aber auch, dass die Bewerber, die zu ihren früheren Entscheidungen, ihren tatsächlichen Fähigkeiten und Grenzen stehen (und positiv damit umgehen), Charakter beweisen und so Pluspunkte sammeln. Denn wer gute Mitarbeiter sucht, lässt sich am ehesten von einer Selbstdarstellung überzeugen, die mit von gesundem (!) Selbstbewusstsein mit Realitätssinn zeugt und sich mit der Persönlichkeit des Bewerbers deckt.


Autor(en): Melanie Engelhard
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