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In Krisenzeiten den Job sichern

Die Zeiten sind vorbei, in denen selbst hochqualifizierte Ingenieure und Techniker mit ein oder zwei Bewerbungen einen Job ergattern. Wer heute arbeitslos wird, hat oft Schwierigkeiten, schnell etwas Neues zu finden. Insbesondere in der Automobilbranche werden freie Stellen nicht wieder besetzt. Was Angestellte tun können, damit es nicht so weit kommt, zeigen sieben Tipps zur Job-Sicherung:

1. Die Komfortzone verlassen
Beschäftigte, die Dienst nach Vorschrift machen, sieht kein Chef gerne. Eigeninitiative ist gefragt. Hilfreich ist eine Liste mit Dingen, die zeigt, was in Zukunft anders laufen soll. Auf ihr sollte etwa stehen, welche Weiterbildung in den kommenden Monaten besucht werden kann. Gerade unter Ingenieuren zeichnet sich zudem ein Trend ab: Immer mehr Angestellte bilden sich auf eigene Faust weiter und bezahlen sogar die Kosten aus eigener Tasche. Scheinbar simpel, aber immer noch beliebt sind Frühaufsteher und "Licht-aus-Schalter". Wer morgens eine halbe Stunde früher kommt oder abends eine halbe Stunde länger bleibt, punktet beim Vorgesetzten. Aber Vorsicht: Nur Zeit absitzen reicht nicht aus. Wer jedoch Engagement zeigt und beispielsweise in der Zusatzzeit ein Projekt schneller abschließt, kann punkten.

2. Den Chef verstehen

Nach einer aktuellen Gallup-Umfragen sind rund 13 Prozent alle Beschäftigten in Deutschland motivierte A-Kräfte, zirka zwei Drittel B-Mitarbeiter, die Dienst nach Vorschrift machen und der Rest C-Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben. Wer es als Angestellter schafft, sich als A-Mitarbeiter zu etablieren, steigert seine Karriere-Chancen. Dazu gehört allerdings eine große Portion Eigenmotivation. Helfen können zum Beispiel Gespräche mit dem Chef, in denen messbare Ziele vereinbart werden: Um 20 Prozent weniger Ausschuss in der Produktion, ein um 15 Prozent gesenkter Energieverbrauch oder die Abteilung handelt um drei Prozent niedrigere Einkaufspreise aus.

3. Stärken identifizieren
Menschen werden unersetzlich, nicht weil sie ihre Schwächen minimieren, sondern weil sie ihre Stärken weiter entwickeln. Wer erkennt, wo diese stecken und weiß wie er sie ausbaut, wird immer ein bisschen besser. Ein Beispiel: Wer Gestaltung liebt, sollte nicht nur fit am Computer sein, sondern zusätzlich die neuesten und besten Layout- und Grafikprogramme beherrschen.
Wichtig ist obendrein, in sich hinein zu hören: Wie gut gefällt mir mein Job? Mitarbeiter können nur zu Spitzenleistungen auflaufen, wenn das, was sie tun, wirklich ihre Berufung ist. Aus einem pedanten Erbsenzähler wird nie ein strahlender Verkäufer – und umgekehrt. Aber beide haben an der richtigen Stelle ihren Wert.

4. Umfeld abklären
Um erfolgreich im Job bestehen zu können, muss das persönliche Umfeld stimmen. Je mehr Störfeuer es gibt, umso höher ist das Risiko, Fehler zu begehen. Auch wenn es oberflächlich erscheint, ist es gut, zu wissen, was Mitarbeiter und Kollegen über einen denken und reden. Es hilft bei der Standortbestimmung und Positionierung. Wer beispielsweise den Ruf hat, sich vor schmutzigen Jobs zu drücken, muss am Image arbeiten. Ein vertrauliches Gespräch mit einem befreundeten Kollegen, mit der Bitte um offene und ehrliche Reflektion, ist oft sehr erhellend. Ebenso sollten (Ehe-)Partner und Familie hinter einem stehen. Wer einen Karrieresprung im Ausland anstrebt, sollte zuhause abklären, ob alle mit einem Umzug einverstanden sind.

5. Zielfoto im Kopf

In Bildern denken ist nicht nur etwas für visuell veranlagte Menschen. Wer sich Gedanken darüber macht, welches Motiv das Zielfoto seines Traumjobs hat, begreift, wohin die berufliche Laufbahn gehen soll. Sind etwa ein guter Verdienst und viel Gestaltungsfreiraum das erklärte Ziel, lässt sich ein persönlicher Masterplan aufstellen. Ist der schriftlich ausgearbeitet und enthält Alternativen zum Ziel Nummer eins, kann er eine große Quelle der Eigenmotivation sein.

6. Eigen-PR

Gut sein nützt nichts, wenn es keiner merkt. Deshalb gilt insbesondere für ruhige und sachlich Ingenieure: Tue Gutes und rede darüber. Marketing in eigener Sache zahlt sich aus - auch ohne dick aufzutragen. Stammt die Idee für eine Produktionstechnik oder die Lösung eines Problems aus dem eigenen Kopf, lohnt es sich, im Meeting und beim Chef dezent darauf hin zu weisen.

7. Beziehungen knüpfen
Netzwerke sind unbezahlbar. Zu überlegen, wer könnte helfen und wem kann ich helfen, ist der erste Schritt. Eins und eins sind dann nicht zwei. Sondern, wenn die Richtigen zusammenarbeiten, sind auf einmal fünf, zehn oder auch 20 kreative Köpfe ein unschlagbares Team. Wer sich nicht scheut, einmal von einem Profi Rat anzufordern, dem ist der Weg nach vorne geebnet.


Autor(en): Jörg Knoblauch, Chef der Firma Tempus
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