Ingenieure und die Kommunikation

Kommunikation ist ein zentraler Wertschöpfungsprozess und gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Produktivität und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Auch und gerade Ingenieure müssen künftig neben der fachlichen Qualifikation über kommunikative und soziale Kompetenzen verfügen.
Wann verstehen sich Ingenieure wirklich?
Wenn Sie gemeinsam über einer Zeichnung oder vor dem CAD-System sitzen und Zahlen, Daten, Fakten vor sich haben? Wie sagte doch einer meiner Professoren im Studium so schön: "Die Zeichnung ist die Sprache des Ingenieurs". Und sonst?
Welcher Ingenieur hat im Studium oder später etwas über die menschlichen Wahrnehmungskanäle erfahren? Also die Kanäle, über die er mit der Umwelt und die Umwelt mit ihm kommuniziert. Visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch. Und nach den neuesten Erkenntnissen der Quantenphysiker sogar auch noch energetisch.
Dem "System Overload" entgehen
Über alle diese Kanäle prasseln sekündlich hunderte von Informationen auf uns ein. Aber nur ein Bruchteil dessen, was wir an Informationen empfangen, schafft es bis ins Bewusstsein. Denn um dem "System Overload" zu entgehen, hat jeder Mensch einen mehr oder weniger ausgeprägten Wahrnehmungsfilter eingebaut. Jeder ist schon einmal einem Menschen begegnet, der einem, tief in Gedanken versunken, auf dem Gang entgegenkam und nicht einmal das freundliche "Guten Tag" wahrgenommen hat. Als wenn er in einer vollständig anderen Welt wandeln würde. Sein Wahrnehmungsfilter ließ in dem Moment offensichtlich nur noch rudimentäre Informationen über die Außenwelt durch, um wenigstens einen Treppensturz oder eine ähnliche Katastrophe zu verhindern.
Zu viele Wahrnehmungsfilter auf Autopilot geschaltet
Leider sind zu viele unserer Wahrnehmungsfilter auf Autopilot geschaltet. So dass wir auch viele Dinge in unserem Umfeld, die für unser Projekt oder eventuell sogar für unsere Karriere extrem wichtig sein könnten, nicht wirklich wahrnehmen. Sie bleiben in unserem eigenen Wahrnehmungsfilter hängen und schaffen es nicht bis in unser Bewusstsein, in unser bewusstes Wahrnehmen.
Ein Großteil unseres Arbeitslebens wäre für uns alle wesentlich einfacher, wenn unsere Wahrnehmungskanäle genauso trainiert würden wie die Muskeln durch Sport und das logische Denken durch Mathematik. Der Mensch als wandelndes und undurchschaubares Kommunikationsphänomen? Nein, die Grundlagen der Kommunikation sind erlernbar - sogar für Ingenieure.
Autor(en): Dipl.-Ing. (FH) Bernward ClausingGeschäftsführer BC2