29.01.2010

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Schritte zum autonomen Fahren

Mit den sich ständig erweiternden Fähigkeiten von Sensorik, Mechatronik und Datenverarbeitung können dem Fahrer eines Automobils zahlreiche Assistenzfunktionen bereitgestellt werden, welche die Fahrt im Straßenverkehr sicherer und komfortabler ablaufen lassen. Ein erster Schritt zum autonomen Fahren sind Fahrerassistenzsysteme, die beim Einparken helfen, die Spur halten oder den Abstand zum Vordermann regeln. Und eines Tages soll es sogar möglich sein, beim Autofahren zu lesen oder Kaffee zu trinken. Das "System" übernimmt dann in perfekter Weise alle Fahr-und Sicherheitsaufgaben.

Die Fähigkeit, online dreidimensionale Umweltmodelle zu erzeugen und diese auch zu interpretieren, ist eine Schlüsseltechnik für vollautonome Fahrerassistenzsysteme. BMW hat dafür ein Verfahren entwickelt, das in der Lage ist, genaue Punktwolken aus der Fahrzeugumgebung mittels Motion-Stereo abzuleiten. Die Ergebnisse werden für die ATZ am Beispiel eines Einparkassistenzsystems präsentiert.

In den letzten Jahren haben sich die kamerabasierten Fahrerassistenzsysteme zusehends in der Automobilindustrie etabliert. Die derzeit verbreitetsten Applikationen sind Verkehrszeichenerkennung, Spurverlassenswarnung und Totraumüberwachung vor beziehungsweise hinter einem Fahrzeug. Betrachtet man Assistenzsysteme mit der Zielvorgabe, den Fahrer vornehmlich zu entlasten, ihn aber nicht aus seiner Verantwortung zu entlassen, erfüllen diese Systeme die an sie gestellten Anforderungen. Sobald ein Assistenzsystem jedoch den Schritt von einer Unterstützungs- und Komfortfunktion hin zu einer vollautonom agierenden Fahrzeugapplikation anstrebt, werden auch Informationen aus dem Seitenbereich eines Fahrzeugs erforderlich. Idealerweise sollten diese in einer räumlichen Repräsentationsform bereitgestellt werden. Applikationen, die den lateralen Raum eines Fahrzeugs interpretieren, sind heutzutage allerdings noch kaum anzutreffen und basieren zumeist auf grob messenden Ultraschall- oder Lidarsensoren. Mit dem Rechenansatz für Side-View- und Top-View-Kameras kann BMW Parklücken genauer und sicherer vermessen.

An die Verwirklichung des Traums vom autonomen Fahren glaubt Bernd Gombert, Schaeffler, der einst Robotergreifarme für das Space-Shuttle mitentwickelte, schon lange. Mit dem Wandel zu elektrischen Antrieben sieht er nun den Durchbruch auch in der Automobiltechnik nahen. Er erklärt, wie der elektrische Antrieb es einfacher macht, autonomes Fahren zu realisieren. Er zeigt auf, was die Fahrzeug- von der Automatisierungstechnik lernen kann.

Wie entwickelt man Fahrerassistenzsysteme im Sinne geringer Entwicklungskosten und hoher Markenidentität? IAV stellt hierzu einen szenenbasierten Funktionsentwicklungsprozess vor. Wie einst der Wechsel von der Manufakturfertigung zur Fließbandproduktion die Massenmotorisierung ermöglichte, müssen Umfeldsensorikfunktionen ebenfalls für jedermann erschwinglich sein. Nur so kommen Vorteile, wie beispielsweise eine erhöhte Sicherheit, allen Verkehrsteilnehmern zugute.
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