Bodenständigkeit statt Spielerei
So viel Informationen wie nötig, so wenig Ablenkung wie möglich: Wie können künftige Fahrerinformationssysteme den Fahrer optimal unterstützen? Dies ist eine der Kernfragen, die ATZelektronik dem Display-Hersteller Sharp stellte. Dessen Entwickler diskutieren neue Darstellungsformen, interaktive TFT-Displays und LCD-Techniken unter Qualitäts- und Kostengesichtspunkten. Ein Trend läuft den Anstrengungen für mehr Sicherheit entgegen: immer mehr Multimedia und Endgeräte im Auto. Herstellerübergreifende Standardisierungsoffensiven zeigen, wie sich Entwickler den Aufgaben mit der notwendigen Effizienz im Entwicklungsprozess stellen und zur sicheren Fahrt beitragen.
Ein Tastendruck. Und die gesamte Welt der Bedienfunktionen im Automobil lässt sich mit Ihrer Stimme aktivieren. Sprachsteuerung - die möglicherweise intuitivste Art der Bedienung - lenkt den Fahrer bei komplexen Operationen, wie sie bei Navigation, Telephonie nötig sind, am wenigsten vom Verkehrsgeschehen ab. Etwa im Vergleich zu einer Kulisse von Schaltern und optischen Systemen wie Farbdisplays.
Doch welchen Beitrag zu mehr Fahrsicherheit können diese unverzichtbaren Anzeigeninstrumente leisten? Hersteller Sharp Microelectronics diskutiert in dieser Ausgabe der ATZelektronik verschiedene Ansätze, unter anderem wird die Frage gestellt, wie sich durch deutlich weniger Spiegelung und Reflexion die Lesbarkeit entscheidend steigern lässt. Bei interaktiven Displays sieht Autor Andreas Niemann noch erhebliches Potenzial. In der Pipeline der Entwickler befindet sich beispielsweise die sogenannte kapazitive On-Cell-Touch-Technologie. Diese unterstützt die möglichst intuitive Bedienung durch Gestenerkennung. Zudem zeichnet sie sich durch eine Lichtdurchlässigkeit von 90 bis 100 Prozent aus und lässt die Bautiefe eines Bildschirms auf lediglich 1,4 Millimeter schrumpfen. Nicht serienreif, aber ein aussichtsreiches Entwicklungsziel. Dieses wie auch alle anderen Vorschläge von Sharp prüft der Anbieter im Artikel unter anderem auf Qualität und Kosten. Mit der Erfahrung aus der Endgeräte-Welt und dem Wissen um die Spezifikationen der Autohersteller wird deutlich, was scheinbar reif, aber nicht durchsetzbar ist. Dennoch ist es wichtig zu wissen, welche optischen Finessen die Kunden von Morgen wünschen. Beispielsweise die Dual-Depth-Technologie, die mehrere Bildebenen dreidimensional übereinander legt und nicht zuletzt Warnsignale besser in Szene setzt.
Entgegen den zahlreichen Bemühungen um mehr Sicherheit läuft der Trend zu mehr Medien im Automobil. Mit der möglichst nachhaltigen wie sicheren Anbindung von iPod und Co beschäftigt sich die OEM-Initiative "Consumer Electronics for Automotive", und mit ihr Zulieferer wie Gigatronik. Das Unternehmen beschreibt die Brücke zwischen den zwei Welten, die durch Standards auf der Hardware-, Software und Prozessebene an Stabilität gewinnt. Unterstützt wird dies durch eine weitere herstellerübergreifende Initiative, die im Besonderen auch international getragen wird: Genivi. Im Interview spricht deren Präsident Graham Smethurst über die nachweislichen Erfolge der entstehenden offenen Plattform für Multimedia-Geräte in Automobilen.