Status quo Elektroantrieb
Elektromotoren und Leistungselektronik sind noch nicht fit für den Elektroantrieb. Auch für Hybridfahrzeuge gilt es nachzubessern, in Richtung größerer Fertigungen, notwendiger Standards und nachhaltiger Materialauswahl. Neue Wertschöpfungsketten entstehen, mit der Gefahr, bereits zu Beginn in eine Komplexitätsfalle zu geraten. Brusa hilft da bei der Einordnung der Systeme. Mit welchen Marktentwicklung ist zu rechnen? Wie gestaltet sich das Mit- und Nebeneinander von Verbrennungsmotoren und Elektroantrieben? Das DLR und unser Forum der Meinungen spielen Zukunftsszenarien durch.
Die fehlende Reife und die hohen Kosten von Traktionsbatterien bremsen die Entwickler alternativer Antriebe. Zurecht wird dies beispielsweise in den Diskussionen über die Marktreife von Elektrofahrzeugen angeführt.
Parallel zur sicheren Energiequelle gilt es allerdings auch, an dem Vortrieb der Fahrzeuge zu arbeiten. Das schließt die verschiedenen Ausprägungen von Hybridantrieben mit ein. Die Automobilindustrie befindet sich hier derzeit in der Findungsphase, unter technischen und marktstrategischen sowie unter psychologischen Gesichtspunkten.
Die Entwickler sind bei der Gestaltung künftiger Antriebsstränge auf die Unterstützung von Unternehmen angewiesen, die entsprechendes Know-how über lange Jahre aufgebaut haben, auf Fachleute der ersten Stunde. Einer unserer Autoren, Arno Mathoy, zählt zu ihnen. Der Miteigentümer der Schweizer Brusa Elektronik AG fungiert derzeit als Dienstleister und Lieferant für die ersten Prototypen- und Nullserienfahrzeuge. Im Titelthema dieser MTZ macht er deutlich, welche E-Motoren sich für welches Einsatzprofil eignen. Er diskutiert die Leistungs-und Sicherheitsgrenzen der Maschinen genauso wie die limitierenden Faktoren rohstoffintensiver und seltener Materialien. So viele verschiedene Elektromotoren, wie derzeit ins Feld geführt werden, braucht die Branche nicht: Das ist eine der Schlussfolgerungen des Autors. Das Beherzigen seiner Vorschläge könnte verhindern, dass die Branche bereits zu Beginn des sich abzeichnenden Wandels in die Komplexitätsfalle rast.
Um weiteren Irrtümern vorzubeugen, müssen die Marschrichtung und die Marktentwicklungen von elektrifizierten Antrieben im Kontext aller Antriebe regelmäßig eingeschätzt werden. Hilfestellungen gibt Professor Horst E. Friedrich: Das Institut für Fahrzeugkonzepte des DLR in Stuttgart entwickelte das Simulationsmodell "Vector 21". Dieses bewertet einzelne Technologien im Gesamtkontext einer Pkw-Fahrzeugflotte und der technischen, gesellschaftlichen sowie politischen Rahmenbedingungen.
Range-Extender-Konzepte favorisieren die meisten Automobilingenieure. Sie rechnen mit der größten Kundenakzeptanz dieser Brückentechnologie. Diskussionsbedarf bietet allerdings die Kräfteteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb. Desweiteren muss man abwägen, welche Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen sollten. Einen Querschnitt ziehen Experten in unserem Forum der Meinungen.
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Bild: Bosch)