Experiment "E" - Zukunft Energiespeicher
Lithium-Ionen-Batterien für Hybrid- und E-Fahrzeuge müssen ihre Serienreife noch beweisen. Die Praxistauglichkeit der Energiespeicher steht auf dem Prüfstand, egal ob die Vorreiter unter den Batteriezellen-Herstellern aus Asien oder Amerika kommen. Doch welche Chancen haben die Deutschen im internationalen Kompetenzvergleich? Dieser Frage geht Ferdinand Dudenhöffer in seinem Beitrag nach. Und die Redaktion lotet im Gespräch mit Henrik Hahn von Evonik Litarion die Chancen dieses deutschen Hoffnungsträgers aus. Darüber hinaus sind Weiterentwicklungen wichtig. Neue Vorschläge kommen beispielsweise von Akasol Engineering. Und Exide erfindet die Bleibatterie neu, die sich bis zum Vollhybrid-Antrieb eignen soll.
Das E beim Experiment E steht für elektrische Energie im Antriebsstrang von Automobilen. Und für Energiespeicher, die Quelle des Vortriebs. Von den wenigen Alternativen haben wir die Lithium-Ionen-Batterie in diesem Titelthema gewählt.
Die Firmen, die mit Hochdruck und Hoffnungen an der Hochvoltbatterie arbeiten, vergleicht Ferdinand Dudenhöffer in einem Übersichtsbeitrag des CAR Center Automotive Research. Sein Ziel: die langfristigen Chancen, die Kompetenzen und die Rollenverteilung deutscher und europäischer Unternehmen auszuloten - im Vergleich zu japanischen, koreanischen und chinesischen Wettbewerbern. Dudenhöffer analysiert entlang der Wertschöpfungskette, von Batteriezellen und -komponenten bis zum Gesamtsystem Batterie.
Diese Prozesskette deckt Evonik mit seinen Tochterfirmen ab wie kein anderes deutsches Unternehmen. Dies ist Anlass, um mit Dr. Henrik Hahn, Chef von Evonik Litarion, zu diskutieren. Auf ihm und seiner Batteriezellenfertigung im ostdeutschen Kamenz lasten die Erwartungen der Bundesregierung. Denn bereits Mitte nächsten Jahres muss das Unternehmen die Großserientauglichkeit beweisen. Der Fertigungssprung von derzeit prototypisch gebauten 300.000 Zellen auf drei Millionen Zellen jährlich steht an. Die Belieferung des Joint-Venture von Daimler und LiTec, der deutschen AccuMotive, muss gewährleistet sein. Serienfahrzeuge des Elektro-Smart starten 2012 mit LiTec-Batterien.
Vor allem die Zellenfertigung in größeren Stückzahlen muss den Beweis antreten, dass Evonik ein ausgereiftes Batteriesystem anbietet. Die im Labor konditionierten Batterien, mit der heutige Prototypenautos unterwegs sind, reichen dafür nicht aus. Die praxisgerechte Lithium-Ionen-Batterie ist die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von Hochvolt-Batterien. Akasol Engineering hat dies bei ihrer Eigenentwicklung eines Batteriesystems berücksichtigt. Möglichst kostengünstige und einfache Fertigung war das Ziel. Neue Wege geht das Unternehmen in der Konstruktion und im Thermomanagement des Energiespeichers.
Experiment E - das E steht auch für Erfindergeist. Den brauchen Akasol wie auch Exide. Der Schritt der vor wenigen Jahren ins Wanken geratenen Exide ist kühn: eine Bleibatterie auch für Vollhybrid-Antrieb? Das amerikanische Unternehmen bejaht und erklärt, dass die "alte Technik" nicht viel mit der neuen gemein hat. In der heutigen Zeit des Aufbruchs ist alles erlaubt und Mut gefragt. Mut für weitere Experimente.
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Bild: Behr)