Aufwand und Nutzen von Elektroautos
Bei aller Euphorie für das Elektrofahrzeug sollte man den Aufwand und den Nutzen genau taxieren. Die ATZ präsentiert, welcher Anstrengungen es hinsichtlich Gewichtsreduzierung und Testprozeduren noch bedarf, um zur Serienreife zu kommen. Die RWTH Aachen quantifiziert die Einsparpotenziale durch Leichtbaumaßnahmen für Elektrofahrzeuge. Tata hat einen fahrerlosen Rollenprüfstand für eines Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelt, der vorgegebene reale Fahrmuster für Tests simulieren kann. Bernd Neitzel von Continental stellt im Interview fest, dass gerade ein Linienbus besonders für den Hybridantrieb geeignet ist - 25 Prozent Anteil seien möglich.
Die Senkung des Energieverbrauchs durch Leichtbau gewinnt bei Elektrofahrzeugen an Bedeutung. Mit sinkender Fahrzeugmasse und der damit möglichen Reduktion des Energiespeichers kann die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs stark verbessert werden.
Um die Bedeutung von Leichtbaumaßnahmen in Elektrofahrzeugen sowie deren primäre Anwendungsbereiche aufzuzeigen, beschreibt die RWTH Aachen zunächst die bisherigen Leichtbaumaßnahmen bei konventionellen Fahrzeugen sowie deren akzeptierte Kosten. Nach der Quantifizierung des Kostenpotenzials von Leichtbaumaßnahmen an Elektrofahrzeugen erfolgt auf Basis der geänderten Gewichtsverteilung der Baugruppen und Komponenten im Elektrofahrzeug die Beschreibung von sinnvollen Leichtbaumaßnahmen. Hierzu wird sowohl auf bestehende Leichtbaukonzepte eingegangen, deren Anwendung sich im Elektrofahrzeug lohnen könnte, als auch auf Leichtbaupotenziale, die bis dato keine Anwendung in konventionellen Fahrzeugen gefunden haben.
Wichtige Test- und Entwicklungsparameter für Elektroautos und Hybridelektrofahrzeuge erfordern die exakte Simulation realistischer Fahrbedingungen über mehrere Stunden hinweg. Mit einem konventionellen Rollenprüfstand lassen sich zwar alle Fahrbedingungen für ein bestimmtes Fahrmuster simulieren. Allerdings kann kein Testfahrer dieses vorgegebene Muster über mehrere Stunden hin weg genau ausführen.
Daher hat Tata einen fahrerlosen Rollenprüfstand entwickelt, der vorgegebene Fahrmuster am Antriebsstrang über den gewünschten Zeitraum hinweg emulieren kann.
Bernd Neitzel von Continental stellte im ATZ-Interview auf der diesjährigen IAA in Hannover fest, dass gerade ein schweres Nutzfahrzeug besonders viel kinetische Energie vernichtet. Wenn besonders häufig gebremst werden muss, sei es besonders attraktiv, diese kinetische Energie zu speichern. Von daher sei der Linienbus ein klassisches Anwendungsbeispiel für Hybridantriebe mit seinen sehr vielen Anhaltevorgängen. Neitzel bestätigte Stimmen, die sich beim Stadtlinienbus einen Anteil der Hybridisierung von 25 Prozent im Jahr 2020 vorstellen können. Vor allem beim Betrieb eines Linienbusses werde die Kosten-Nutzen-Rechnung sehr deutlich positiv für ein Hybridsystem ausgehen. Neitzel ist seit Mai 2010 Leiter der "Business Unit Hybrid Electric Vehicle, Division Powertrain" bei der Continental AG.
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Bild: Continental)