Dauerbrenner Qualität
Das Ringen um eine jederzeit höchstmögliche Qualität gleicht für OEMs und Zulieferer einem Marathonlauf ohne Zielgerade. Und auch die Diskussionen, welche Strategien im veränderten Branchenumfeld zum Erfolg führen können, scheinen endlos. Unstreitig ist: Als Schlüsselfaktoren für die Qualität gelten die Führungskultur, zahlreiche operative Schalthebel und nicht zuletzt die Bemühung, Qualität messbar zu machen.
Um die geänderten Herausforderungen im Automobilbau mit seinen hochvernetzten, immer kürzer werdenden Entwicklungsprozessen besser in den Griff zu bekommen, spielt ein zielgerichtetes Prozessmanagement eine zunehmend bedeutsame Rolle. Dies beginnt mit der Frage, wie sich durch eine Prozessorientierung im Projektmanagement die Qualitätssicherung von Anfang an einbinden lässt. Schließlich sind eine Null-Fehler-Strategie sowie eine hohe Kundenzufriedenheit regelmäßig wichtige Unternehmensziele.
Ebenso bedeutsam sind eine Vernetzung aller Projektbeteiligten, eine enge Kooperation mit den Systempartnern aus der Zulieferindustrie sowie ein stringentes Einquellenprinzip für die vernetzte Planung. Da gleichzeitig der steigende Kostendruck und die globale Wettbewerbssituation kontinuierliche Verbesserungen der Geschäftsprozesse erfordern, geraten Kennzahlensysteme mit quantifizierbaren Messgrößen als Planungs- und Steuerungsinstrument immer mehr in den Fokus.
Darüber hinaus spielt die Systematik der Qualitätsregelkreise in der Zusammenarbeit zwischen OEM und Lieferanten eine wichtige Rolle für die Prozess- und Produktqualität. Dabei ist die interdisziplinäre Arbeit in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. So werden bei neuen Produktprojekten Risikobauteile bereits im Vorfeld interdisziplinär anhand von ABC-Kriterien identifiziert. Für Teile mit erheblichem Reifegradrisiko kann so bereits frühzeitig eine Reifegradabsicherung zum Einsatz kommen. Dies gilt als wichtiges operatives Instrument, das auch vom VDAQMC gestützt wird.
Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten schließlich aber auch die Anbieter von Sensorik, Mess- und Prüftechnik. Schließlich bilden auch heute noch geometrische, mechanische, dynamische, thermische, klimatische, optische und akustische Größen die Basis für das Qualitätswesen. Vor allem die Möglichkeiten der Bildverarbeitung zeigen sich immer wieder als Innovationsplattform, die Qualität und Effizienz gleichermaßen steigern kann. Rapide steigende Rechenleistungen der eingesetzten Prozessoren sowie kontinuierliche Fortschritte in der Kameratechnologie haben die Leistungsfähigkeit der Bildverarbeitung in den vergangenen Jahren stark erhöht. Die Folge ist ein regelrechter Innovationsschub, der derzeit Karosseriebau, Oberflächentechnik und Montage gleichermaßen revolutioniert.
Aktuelle Beispiele, wohin die Reise geht, haben wir für Sie in dieser Ausgabe zusammengestellt. Ein System zur von Lackfehlern könnte die ermüdenden Abnahmen am Ende der Lackierstraßen augenschonend vereinfachen; ein erkennt bei der End-of-Line-Prüfung in der Getriebefertigung etwaige Ausreißer und ein anderes Messgerät ist zur für die fertigungsnahe Qualitätskontrolle ausgelegt. Dass Automatisierung und Qualitätssicherung ein eingespieltes Team sind, zeigt nicht zuletzt auch unser über den Karosseriebau des Rolls-Royce Ghost.
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Bild: Audi)