Lichttechnik für morgen
Im Straßenverkehr ist die Unfallhäufigkeit bei Dunkelheit noch doppelt so hoch wie bei Tageslicht. Um Licht ins Dunkel zu bringen, stellt die ATZ erste Entwicklungen der Lichttechnik für morgen dar. nimmt lichtemittierdende Dioden (LED)-basierte Scheinwerfer, um das Licht variabel und auf der Straße zu verteilen. Im erklärt Professor Khanh von der Technischen Universität (TU) Darmstadt, wann das LED-Scheinwerferlicht die nie so recht akzeptierte Xenonlampe ablöst. Für das Jahr 2015 hat ein Fahrzeug konzipiert, dessen LED-Scheinwerfer das erste serienreife Kurvenlicht mit adaptivem Fernlicht aufweisen.
Auch im Auto geht die Zeit der Glühlampe ihrem Ende entgegen. Im Jahr 1879 von Thomas Alva Edison zum Patent angemeldet, hat die Glühlampe mehr als ein Jahrhundert lang alle Funktionen der Fahrzeugbeleuchtung zuverlässig erfüllt. Doch in den 1990er-Jahren wurde das neue Leuchtmittel LED erstmals in Rückleuchten eingebaut, um Bauraumprobleme zu lösen beziehungsweise gewagte Designs zu realisieren. Im Frontscheinwerfer waren erste "Hybrid"-Modelle im Jahr 2004 zu sehen. Ergänzt wurde dieser Techniksprung seit den späten 1980er-Jahren mit der Xenonlampe.
Die Eigenschaften der neuen Lichtquelle LED sind grundlegend anders. In Xenonlampen wurde ein Plasma erzeugt, das in einem kirschkerngroßen Brenner durch Wechselspannung und über Rekombinationsstrahlung entsteht. Bei LED aber entsteht das Licht direkt im Halbleiterkristall. LED sind energiesparender. Aber auch sie setzen nicht alle Elektronen in Photonen um; ein großer Anteil wird in Wärme umgewandelt. So liegt ihr Wärmeverlust bei zurzeit 70 Prozent; in vier bis sechs Jahren erscheint ein Verlust von 50 Prozent erreichbar. Die kleinen Halbleiter müssen deshalb recht aufwändig mit Kühlsystemen bestückt werden, um nicht irreparabel geschädigt zu werden.
Wie Michael Hamm von in seinem Beitrag feststellt, ist der elektronische LED-Scheinwerfer kein Traum mehr. Schon bald steuern Navigations-, Regensensor- und Kamera-Informationen den Scheinwerfer, erlauben Allwetterfahrten, leuchten in die Kurve, regeln adaptiv die Lichtverteilung und betreiben die automatische Fernlicht-Schaltung.
Im mit der ATZ erklärt Prof. Dr.-Ing. habil. Tran Quoc Khanh, Fachgebietsleiter Lichttechnik an der TU Darmstadt, wie das LED-Scheinwerferlicht schon bald die Xenonlampe überholen wird und dass die ambiente Innenraumbeleuchtung statt schönem Gimmick auch eine Assistenzfunktion übernehmen soll. Der "Lichtpapst" hatte bei Arri in München die weltweit erste digitale Kinokamera für Hollywood entwickelt. Damit die Lichter am Auto nicht zu grell leuchten, plädiert er dafür, die Leuchtdichte, nicht die Lichtstärke als das Maß aller Dinge zu betrachten.
hat einen Scheinwerfer der Zukunft entwickelt, der aber auf der aktuellen europäischen Gesetzgebung basiert. Es ist die erste serienreife Voll-LED-Anwendung mit automatischem Wechsel von Abblend- zu Fernlicht und statischem Kurvenlicht. Eine Konzeptidee dabei sind pfeilförmige LED-Signallichter, die ein sequenzielles Schaltmuster erzeugen.