Innovative Technologien für mehr Produktivität
Das stete Drehen an den Produktivitätsschrauben ist in der Automobil- und Zulieferindustrie vielerorts zum Alltag geworden. Dabei helfen organisatorische Maßnahmen und Bestrebungen zur Standardisierung von Bauteilen und Prozessen. Meist im Verborgenen wirken aber auch die Fabrikausrüster, die mit Erfindungsreichtum schon so manches Ratiopotenzial gehoben haben. Zahlreiche Innovationen weisen den Weg.
Einem Elefantenrüssel nachempfunden und mit dem deutschen ausgezeichnet, steht der bionische Handling-Assistent von Festo stellvertretend für zahlreiche Innovationen der Fabrikausrüster. Da werden Nebenzeiten reduziert, Abläufe beschleunigt und Vorgänge automatisiert, die vor einigen Jahren noch als unautomatisierbar galten. Denn auch wenn die Fahrzeugfertigung mittlerweile getrost als ausgereifte Technologie bezeichnet werden kann, geht die Suche nach Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung unvermindert weiter. Vor allem die zahlreichen mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland gelten als wahre Fundgrube, wenn es darum geht, Effizienz und Produktivität zu erhöhen.
Dennoch sind technologische Maßnahmen nur ein Element für eine umfassende Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Darauf weisen in dieser Ausgabe gleich mehrere Autoren hin. So beschreibt Dr. Jürgen Unser, Leiter Konzernproduktionsstrategie/- planung der Volkswagen AG und neues Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von ATZproduktion in seinem Gastkommentar den hohen Stellenwert von Standardisierung, Modularisierung sowie die Notwendigkeit, alle Mitarbeiter eng in die Implementierung von organisatorischen Neuerungen einzubinden. Auf dieser Basis sei es bei Volkswagen möglich gewesen, innerhalb von drei Jahren trotz steigender Komplexität eine Produktivitätssteigerung von bis zu 25 Prozent zu erreichen.
Diese Beobachtung macht auch unser Interviewpartner , der nach rund 250 Benchmarkstudien in der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie sicher ist, dass vor allem der "Faktor Mensch" und schlechte Führungskräfte die Umsetzung von Prinzipien der Lean Production behindern. Brunhammers Fazit: "Ein schlankes Unternehmen benötigt nicht nur gute Ingenieure und Technik, sondern auch ein Management, mit dem sich die Mitarbeiter aller Ebenen identifizieren können."
Wie derlei Forderungen selbst in in der Praxis umgesetzt werden können, beschreiben unsere Autoren der Kolbenschmidt Pierburg-Tochter KS Aluminium-Technologie. Die modulare Anordnung von Produktionseinrichtungen und alternative Wege in der Arbeitsorganisation standen dort im Zentrum eines neuen Gießereikonzepts. Eine Erhöhung der Gesamtanlagennutzung um 5 Prozent ist nur eines der damit erzielten Ergebnisse. Darüber hinaus ermöglicht die eingeführte Teamarbeit auf Basis der durchgeführten Mitarbeiterqualifikation eine Reduzierung der Rüstzeiten um 30 Prozent und eine Reduzierung der Werkzeugwartungskosten.
(
Bild: Festo)